Individuelle Bedürfnisse der Pferde

(oder: Braucht mein Pferd eine Decke?)

Die Pferdewelt kennt viele Experten. Jeder scheint zu allen erdenklichen Themen, die das Pferd betreffen, etwas zu sagen haben. Die Meinungen der Experten basieren dabei bestenfalls auf Fachwissen, Erfahrung und Überzeugung. Wenige kommen auf die Idee, dass Pferde so individuell sind, wie Menschen. Dass auch Pferde ganz eigene Bedürfnisse haben können, die stark von denen der Artgenossen abweichen können. Dass man die Pferde fragen kann und für eine Antwort nicht zwingend ein Pferdeflüsterer sein muss. Auf die Frage: „Braucht mein Pferd eine Decke / ein Gebiss / eine Box / Hufeisen?“ gibt es niemals eine generelle Antwort, die für jedes Pferd gilt.

Natürlich sind bestimmte Fakten wichtig als Grundlage jeglicher Entscheidungen bzgl. Pferden. Ein Pferd ist ein klares Herdentier und braucht Kontakt zu seinen Artgenossen. Es braucht ebenso ein Mindestmaß an freiem Auslauf, Rau- und Mineralfutter sowie die Möglichkeit, angemessen zu ruhen. (Lies dazu: Mindestbedingungen für Pferde). Darüber hinaus scheiden sich die individuellen Bedürfnisse jedoch schneller, als man annehmen mag. Ein Pferd wird heute leider immernoch von der breiten Reitermasse als recht dummes, befehlsempfangendes und ausschließlich instinktorientiertes Tier angesehen. Dass ihr Pferd individuell und sehr deutlich mit ihnen kommuniziert, ist den meisten Leuten schlichtweg aberzogen worden, als sie den Umgang mit Pferden lernten.

Es gibt Pferde, die hassen Decken. Denen ist eh warm. Falls sie nicht gerade krank sind, machen ihnen Kälte, Nässe und Wind nichts aus. Mein Wallach Milan ist so einer. Er hält ziemlich viel auf sich und er ist tatsächlich ein ganzer Kerl. Er ist von Natur aus sehr robust, hat nie etwas, ist auch ein Dickkopf mit viel Charme. Er steht zu seinem Wort und braucht vor Allem Zuverlässigkeit. Er hat einen schweren Knochenbau und geht eher mit dem Kopf durch die Wand, als sich vor etwas zu drücken. Er schmeißt sich in die dreckigste, nasseste Stelle, um sich zu wälzen und wälzt sich eigentlich immer, wenn er raus kommt. Er hält nicht viel von Decken und ist etwas in seiner Würde gekränkt, wenn er eine tragen muss. Ich decke ihn nur ein, wenn es wirklich tagelang durch regnet oder es so klirrend kalt und dabei feucht oder windig ist, dass er murrend zustimmt, dass eine Decke wohl doch ganz gut wäre. Das sind vielleicht 4 Tage im Jahr.
Dann gibt es noch die Pferdetypen, die von Natur aus empfindlich sind. Wie meine Stute Mouna. Sie ist eigentlich ein robust aussehendes, im Wildtyp stehendes Kleinpferd. Doch als ich sie bekam, wurde sie regelrecht panisch, wenn sie in Nässe ohne Decke stehen musste. Sie begann zu zittern und aufgeregt umherzulaufen. Sie hat mittlerweile 5 verschiedene Decken. Diesen Winter habe ich versucht, sie daran zu gewöhnen, besser ohne Decke auszukommen. Ihr wuchs ordentliches Winterfell, sie steht in gutem Futter. Und trotzdem bittet sie mich darum. Also bekommt sie eine Decke auf. Sie hat keinen sehr guten Stoffwechsel, ihr Hufe neigen zu Brüchigkeit, ihr Fell ist stumpfer und ihre Haut neigt zu Ekzemen und Allergien. Trotz allen erdenklichen Behandlungen diesbezüglich ist und bleibt sie ein empfindliches Pferd, welches ihre Decken braucht. Sie fühlt sich damit geborgener, sicherer und wohler. (Wer wissenschaftliche Erkenntnisse zum Deckenthema lesen möchte: Deckenstudie)

Ebenso braucht Mouna ihre Hufeisen, weil sie damit einfach weniger Schmerzen beim Laufen hat. Ohne Eisen geht es ihr schlechter. Anfangs war ich eine überzeigte Barhuf-Anhängerin, weil die rein faktischen Argumente gegen Eisen sehr überzeugend sind. Sie ging jahrelang ohne, hatte die besten Huforthopäden, keinerlei Fehlstellungen. Sie bekam trotzdem immer wieder Hufgeschwüre, durch Prellungen der Hufsohle verursacht, und lief festgehalten. Irgendwann ließ ich sie beschlagen, auf allen Vieren. Seitdem läuft sie entspannter, fröhlicher, trittfester. Wir hatten nie wieder Probleme mit Hufgeschwüren, sie ist damit ein glücklicheres Pferd. Milan brauchte widerum keine Eisen, bekam aber trotzdem welche, weil er gern welche wollte. Er lief ca. 2 Jahre damit und fand es gut, es gab keinerlei Probleme. Bemerkbar machte sich der Vorteil daran für ihn eigentlich aber nur auf hartem Untergrund mit spitzen Steinchen darauf. Den mied er ohne Eisen, mit Eisen lief er problemlos drüber. Mittlerweile hat er keine Eisen mehr, weil wir in einem Gebiet reiten, wo hauptsächlich Sandwege sind. Auch ohne Eisen läuft er gut und er findet es in Ordnung so. Er hat unglaublich harte, gute Hufe. Bei ihm sind die Hufeisen eine reine Luxusentscheidung.

Milan liebt seine Box. Er ist ein Pferd, welches ranghoch ist, meist übernimmt er die männliche Leitung einer Herde, gerade teilt er sie sich mit einem Kumpel. Er macht sich viele Gedanken um den Herdenzusammenhalt, um die einzelnen Aufgaben der Pferde und um seine Stute. Er ist ein sehr bemühtes Pferd und ist dankbar, wenn er seinen eigenen Bereich haben kann, in dem er einfach mal abschalten, ruhen und fressen darf. Er weiß das zu schätzen und steuert schnurstraks seine Box an, wenn man ihn rein lässt. Mouna hingegen ist ein sehr freiheitsliebendes Pferd. Sie braucht es, weit sehen zu können. Sie braucht den ständigen Kontakt zu den anderen, um sich wohl zu fühlen. Sie kann auch draußen gut abschalten und ruhen. Auch sie ist recht ranghoch. In einer Box arrangiert sie sich zwar, sie geht auch freiwillig hinein. Generell hat sie aber ein beengtes Gefühl darin und bekommt auch körperliche Probleme, wenn sie nicht mehr als 6 Stunden Auslauf bekommt.

So könnte ich noch endlos weiter erzählen über Gebisse, Reitgewohnheiten, Ansprüche an den Menschenkontakt und so weiter. Den meisten von uns ist es abhanden gekommen, wahrzunehmen, was die Bedürfnisse unserer Pferde sind. Wo wir unser ach-so-wichtiges Fachwissen mal eben hintenan stellen oder in Frage stellen dürfen. Wann wir anfangen, unserem Pferd ins Gesicht zu blicken, um zu bemerken, ob es überhaupt gerade einverstanden ist mit dem, was wir ihm antun. Es ist viel einfacher, als wir meinen. Wirf deine Überzeugungen mal über Bord, nimm dir Zeit, dein Pferd einfach mal zu wahrzunehmen. Ohne etwas zu tun. Und hör auf das, was dir dann in den Sinn kommt.

–> Dein Pferd wieder wahrnehmen lernen (Norddeutschland)
–> Deinem Pferd zuhören (weltweit)
–> Selbst mit deinem Pferd sprechen lernen

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Milan, glücklich ohne Decke.

Der noble Hund

Vor einigen Monaten sprach ich mit einem Hund. Azaan, ein 50kg schwerer, äußerst liebevoller, aber innerlich wie äußerlich starker, etwas älterer Rüde. Er zeigte sich mir als überaus freundlich, von Natur aus souverän und fürsorglich gegenüber jedem Wesen. Die Besitzerin hatte mich kontaktiert, weil dieser wunderbare Hund einfach nicht mehr mit ihr spazieren gehen wollte. Mit ihrem Mann ging er aus, aber mit Gaby drehte er sofort wieder um und weigerte sich stets. Vor einem Jahr hatten die beiden einen Unfall, bei dem die Dame sich kompliziert die Hand brach, weil sie fiel, als ihr Hund von einem anderen angegriffen wurde. Seitdem weigerte sich Azaan. Als ich ihn darauf ansprach, erklärte er mir, dass er Angst um sie habe. Angst, dass es wieder passiert – es war doch seine Schuld gewesen. Die Frau sagte, dass sei nicht ganz richtig, denn der fremde Hund war auf ihrem Grundstück ohne Leine gewesen und habe die beiden von hinten überrascht. Ich verbrachte also eine Stunde damit, diesem noblen Tier immer wieder zu versichern, dass er nichts falsch gemacht hatte. Dass es richtig gewesen war, den anderen Hund zu maßregeln und somit sein Frauchen zu beschützen. Dass Gaby dabei nunmal gestürzt sei, aber nicht seinetwegen. Dass Unfälle passieren und er nichts anderes hätte machen können. Ich erklärte ihm auch, dass sein Mensch es nun äußerst schade fand, dass sie nicht mehr mit ihm spazieren gehen konnte. Ich fragte Azaan, ob er ihr nicht vertrauen würde, ihn zu führen und er entgegnete, dass sie alles richtig machen würde. Es läge nicht an ihr, er würde es sich einfach so übel nehmen und würde sich nicht verzeihen können, wenn wieder etwas passieren würde.

Also gab ich diesem großen, schönen und weisen Hund immer wieder den Hinweis, dass das Leben einfach passiert. Dass er so etwas nicht verhindern kann, aber er sich und ihr einen sehr großen Teil an Lebensfreude nimmt, wenn er die Ausflüge verhindert. Dass er ihr nur noch mehr Kummer damit bereitet. Dann munterte ich ihn auf, sich wieder zu trauen, mit ihr raus zu gehen und etwas zu erleben. Ich gab alles an Zuversicht und Ermutigung, was ich hatte.

Ein paar Wochen später meldete sich Gaby wieder und berichtete, dass Azaan wieder mit ihr spazieren geht. Allerdings nur nachts. Da fühlte er sich sicherer, weil niemand unterwegs war. Die beiden hatten in den allerfrühesten Morgenstunden schon einstündige Runden absolviert. Diese Frau hat ihrem Hund Zeit gelassen, als es nicht sofort nach dem Tiergespräch besser wurde. Sie hat ihm vertraut, gut zugeredet und gewartet. Er musste mit sich ringen, bis er sich schlussendlich dazu bewegen konnte, wieder schöne Ausflüge mit ihr zu unternehmen. Erst blieb es bei den nächtlichen Ausflügen, Gaby war überglücklich, wenn sie nach einer durchgearbeiteten Nacht dann noch mit ihrem Hund gehen durfte. Er zeigte ihr dann, wenn er bereit war. Ich ermutigte beide erneut und sagte ihr, dass sie alles genau richtig so macht. Ich war begeistert, wie verständnisvoll diese Frau zu diesem noblen Hund war. Beide sind voller Liebe füreinander.

Heute erreichte mich eine weitere Email von der Dame: „Die Nachtspaziergänge haben sich mehrmals wiederholt und wurden eine Zeitlang fast zur Regel. Er gibt ja dann immer vor, wo er laufen will. Auch am Tag ist er mehrmals mit mir gegangen. Am vergangenen Sonntag waren wir 3 Stunden und 10 Minuten unterwegs. Da es ein schöner Tag war und sonntags immer viel mehr Leute unterwegs sind, war ich schon etwas angespannt wegen Begegnungen mit anderen Rüden. Es war sehr schön mit ihm. Zwischendurch war er – wie gewohnt – sehr eigenwillig und ist einfach einen Weg gelaufen, den wir beim Aufstieg nicht begangen hatten. Es war einfach nicht möglich, ihn davon abzubringen, und seine 50 kg konnte ich nicht zu einer Richtungsänderung bewegen. Kurzfristig hatten wir uns dann sozusagen verlaufen wegen der vielen Abzweigungswege, aber letztlich hatte er recht behalten und wir kamen wieder auf den Hauptweg. Seit bei uns die große Hitze endlich vorüber ist, ist er noch viel aktiver geworden. Er will immer weiter laufen und laufen.“

Mir kamen fast die Tränen angesichts dieser Worte. Diese beiden sind das beste Beispiel für gegenseitiges Vertrauen, Geduld und unendliche Liebe füreinander.

–> Selbst mit Tieren sprechen lernen

–> Mit dem eigenen Tier sprechen lassen

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Intelligente Tiere

„Schweine sind sehr intelligente Tiere…“ hört man oft. Oder „Hühner sind überraschend intelligent…“ oder „Hätten Sie gedacht, dass ein Vogel so intelligent ist?“.

Einerseits freue ich mich, dass den Tieren damit mehr Respekt gezollt wird. Ich weiß es zu schätzen, dass die Aufmerksamkeit auf die Komplexität einer Tierpersönlichkeit gelenkt wird. Dass Menschen verstehen lernen, dass auch ein Huhn Freundschaften hat, im Austausch mit seiner Umwelt steht und weiß, was ein Mensch von ihm will. Andererseits macht es mich auch immer ein bisschen traurig, so etwas zu hören. Denn ja, natürlich sind sie das! Allesamt. Es ist wirklich kein Bisschen verblüffend, dass Tiere dazu in der Lage sind, zu verstehen, zu lernen, zu schlussfolgern und Beziehungen einzugehen. Es ist aber im Gegenzug sehr, sehr traurig, dass wir erst jetzt darauf kommen. Erst jetzt bemerken, dass all diese vermeintlich menschlichen Züge doch gar nicht so menschlich sind, sondern universelle Fähigkeiten von Wesen sind, die in Austausch treten mit ihrer Umwelt. Und das tun sie, alle von ihnen. Sogar die Pflanzen. Aber bleiben wir bei den Tieren.

Es stimmt mich so traurig, weil auch ich noch in einer Welt aufgewachsen bin, in der uns beigebracht wurde, dass Tiere nicht dazu in der Lage sind, so komplex zu fühlen und zu denken, wie wir. Und sie ergo weniger wert seien. Dass sie deshalb weniger Rechte haben und man sie benutzen kann wie Gegenstände. Wir benutzen und vergewaltigen konsequent unser Umfeld. Nehmen, was es uns bietet und benutzen es zu unseren Gunsten. In einem bizarren Ausmaß, welches uns selbst zugrunde richtet. Denn was wir dabei vergessen haben ist, dass wir ein gleichwertiger Teil vom großen Ganzen sind. Gleichwertig, nicht hochwertiger. Gleichwertig bedeutet, dass das, was ich meinem Umfeld antue, immer direkt auf mich zurück fällt. Ich zerstöre das, was mich nährt. Nicht nur auf materieller Ebene, sondern auch auf energetischer und karmischer Ebene. Sogar bis hin zur geistigen Ebene. Wir stumpfen ab, verkümmern, unsere natürlichen Instinkte und Bedürfnisse werden im Keim erstickt. Davon werden wir krank, traurig und depressiv. Mit mangelndem Respekt gegenüber den Wesen unseres Umfeldes bestrafen wir uns nur selbst, denn im Gegenzug beuten wir uns direkt selbst aus.

Je mehr man aber mit seinen Mitwesen in den Austausch tritt, umso komplexer wird das Verständnis vom großen Ganzen. Je mehr ich verstehe, wie sehr Tiere fühlen, denken, schlussfolgern, handeln, sich anpassen und entwickeln, umso klarer wird mir, dass die in ihrer Intelligenz eigentlich Eingeschränkten wir sind. Das meine ich nicht auf schulterklopfende, sich selbst mal kritisch, aber von oben herab schlecht redende Weise. Ich meine das ganz ernst. Die Intelligenz einer Ameise, eines Leoparden, eines Huhnes oder eines Hundes steht der unseren in nichts nach. Die auf das Gehirn bezogene Erforschung von Intelligenz hat etwas so Stupides, völlig neben der Wahrheit liegendes, dass ich mich wundern muss, wieso wir uns für die Krone der Schöpfung halten.

Es beginnt damit, dass wir Intelligenz an ausschließlich unseren Maßstäben messen. Daran, ob sich ein Tier im Spiegel erkennt. Wie absurd. Welchen Sinn hat es denn für ein Tier mit vielleicht wahnsinnig gut ausgeprägtem Geruchssin, sich in einer unnatürlich glatten Fläche sehen zu können? Ein Tier, welches in seinem Äußeren dem Artgenossen fast komplett gleicht, wieso sollte es sich im Spiegel erkennen müssen? Und wieso soll daraus geschlussfolgert werden, ob es ein Ich – Bewusstsein hat? Wie absurd das aus der Sicht einer Schlange ist, das ist fast schon lustig. Und dennoch kann tatsächlich auch eine Schlange lernen, sich in einer Menschenwelt auf so etwas wie einen Spiegel einzulassen und zu verstehen, was der von einem will: Sich selbst sehen. Falls Sie daran denn wirkliches Interesse hegt, denn wenn sie schlau ist, lässt sie sich auf diese niedere Art des Messens gar nicht erst ein und kümmert sich lieber darum, möglichst gut zwischen diesen arroganten, stinkenden Wesen zu überleben, ohne malträtiert zu werden.

Oder die Problemlösung: Menschen klatschen begeistert in ihre Hände, wenn eine Rabenkrähe einen Ablauf erkennt, mit dem sie an Futter kommt. Wenn sie Werkzeug benutzt und mehrere Schritte ausführen kann, um ans Ziel zu kommen. Bedeutet das aber im Gegenzug, dass ein Tier, dessen Interesse nicht die schnelle Problemlösung ist, sondern dass sein Leben lieber auf lange Sicht optimalisiert, weil es einen ganz anderen Lebensrhythmus hat, gleich dumm ist? Wieso sollte ein Wal, welcher durch Beharrlichkeit und Beständigkeit in seiner Intelligenz anhand von schneller, komplexer Problemlösung gemessen werden? Wo doch seine Lebenstaktik ist, möglichst weit zu planen, sich langsam ziehend dorthin zu begebend, wo es keine Probleme zu lösen gibt, sondern das Leben für ihn arbeitet, anstatt gegen ihn.

Jede Tierart hat einen eigenen Körper, eine individuelle Lebensform. Eine Nische. Es gehört zu den unglaublichen Wundern dieses Universums, dass wir so viele komplexe Körper um uns herum haben, die alle auf ihre eigene, überaus perfekte Art und Weise ihr Leben meistern. Nur, weil sie es auf ganz andere Arten und mit ganz anderen Prioritäten tun, ist es doch völlig absurd, sie deshalb in unsere Idee von Intelligenz zu quetschen wie ein Kleinkind, welches mit Gewalt das Rechteck durch die runde Öffnung in der Plastikschablone drücken will.

Keine Tierart ist intelligenter, als eine andere. Manche haben nur viel weniger Schnittmengen mit dem Leben, wie wir als Menschen es kennen. Sie haben einen anderen Rhythmus, nehmen anders wahr, haben ganz andere Prioritäten und Bedürfnisse. Manche sogar solche, die wir uns erst einmal überhaupt nicht vorstellen können, wenn wir sie einfach nur betrachten und kategorisieren wollen. Daraus schlussfolgern wir dann, dass sie dümmer sein müssen, als wir. Weil sie nicht wie wir sind. Wie unsagbar dumm von uns.

Um zu begreifen, wie sie ticken, müssten wir in echte Kommunikation gehen. In diejenige Kommunikation, die eigentlich allen Wesen dieser Welt inneliegt. Die wir aber durch unsere selbst gewählte Isolationsstellung leider immer mehr verlernt haben. Wir sehen uns nicht mehr als Teil des großen Ganzen, ergo verstehen wir auch nichts mehr von den anderen. Wir fühlen nicht mit ihnen, wir lassen uns nichts beibringen. Wir geben ihnen keinen Raum, um sie selbst zu sein und sich wirklich zu zeigen. Wir sondern uns ab, wundern uns und staunen dann, wenn wir dann in winzigen Häppchen merken, dass da vielleicht doch mehr dahinter steckt. Dass ein Fisch wohl Schmerzen fühlt, ein Huhn weiß, was es tut und ein Affe ein besseres Gedächtnis hat, als der schlauste Mensch der Welt. Was für eine Überraschung.

Es gibt ein paar Menschen, die doch wieder hinsehen. Die sich dem dringenden Bedürfnis nach Natur und mit ihr eins zu werden wieder mehr hingeben. Die sich nicht mehr vorsagen lassen, wie die Welt um sie herum angeblich zu sein hat. Die wieder mehr in Austausch gehen und sich auch mal etwas zeigen lassen. Ich bin unsagbar dankbar, dass es mein Job ist, der mich genau mit diesen Menschen zusammen bringt.

Wer sind wir denn, zu meinen, dass diese unfassbare Schönheit eines synchron fliegenden Vogelschwarms, die Perfektion eines Spinnennetzes oder die Ruhe eines Bären im Winterschlaf in Wahrheit dümmer sind, als unser Chaos, dass wir auf diesem Planeten verbreiten?

–> Mit Tieren sprechen lernen

–> Mit dem eigenen Tier sprechen lassen

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Goldmedaillen für deutsche Reiter, aber wie geht es den Pferden?

In diesen Tagen bekomme ich viele Fragen von Kunden und Bekannten, die wissen möchten, wie es diesen Pferden da im Fernsehen eigentlich geht, die die Medaillen für Deutschland gewinnen. Ich atme dann immer tief durch. Zum Glück habe ich keinen Fernseher und die Berichterstattungen im Internet habe ich immer direkt weg geklickt. Ich kann es einfach nicht mehr ertragen. Ställe, in denen Pferde gequält werden, kann ich meiden. Aber mir in Hochglanz und guter Auflösung hautnah ansehen, wie jemand sein Pferd fachgerecht zum Schlachter reitet, das wäre mir zu viel. Also schaue ich weg.

Vor ein paar Jahren noch schaute ich hin. Es ging um einen millionenteuren Dressurhengst. Ein bildschönes Tier, pechschwarz mit ein wenig Weiß im Gesicht. Er war sehr würdevoll, hatte viel innere Größe und war einfach jemand, den man sich gern ansah. Man bekam bei ihm direkt den Eindruck eines gleichzeitig großherzigen und unendlich kraftvollen Tieres.

Es begann eine Diskussion um dieses Pferd, weil die Besitzer und Reiter des Tieres auf dem Abreiteplatz (also der unbeobachtete Bereich zum Warmreiten vor dem Turnier) eine noch viel schlimmere Horrorreitshow ablieferten, als dann im Showmoment. Das Pferd wurde so eng geritten, dass es sich selbst ständig den schaumverschmierten Schädel gegen die Brust drückten musste. Der Hengst konnte dabei kaum sehen und auch nicht viel atmen, so eingeschnürt war diese Haltung. Jeder Reiter weiß mittlerweile, dass diese „Rollkur“ nicht nur ungesund, sondern tierquälerisch ist. Aber die wichtigen, reichen Männer wussten allerlei Ausreden, warum das so richtig sei. Und – es tat ja auch niemand etwas. Diese Art der Tierquälerei wird immernoch überall geduldet.

Eine Zeit lang arbeitete ich auch für eine Springreiterin, die dann Weltbeste wurde. Ihre Pferde waren geliebt und sie tat viel für sie. Sie ließ mich mit ihnen sprechen und versuchte, ihren Wünschen nachzukommen. Diese Arbeit musste ich dennoch irgendwann ablegen, denn ich konnte sehen, wie auch sie den Erfolg und das Geld der Gesundheit und den Wünschen der Tiere vorzog. Wenigstens war sie recht „human“ mit ihren Pferden und diese konnten neben Verletzungen und Krankheiten trotzdem auch mal stolz auf sich sein. Sie waren nicht so schlimm versklavt, wie 98% der anderen Sportgeräte, die ich auf diesen Turnieren sah. Dort mal hinter die Kulissen zu schauen, war beeindruckend im negativen Sinne. Mir war nicht klar, wie viele Arten von absurden Folterinstrumenten besonders an den Köpfen der Pferde tatsächlich erlaubt sind. Auch war mir nicht klar, wie stark manche Pferde sind, dass sie so etwas noch aushalten und dann sogar die erforderte Leistung erbringen. Ich konnte in ihren Augen sehen, dass die meisten sich längst aufgegeben hatten und nurnoch funktionierten wie leere Hüllen.

Der schwarze Dressurhengst schaffte es nicht mehr lange. Nach wechselnden Reitern und vielen Diskussionen gaben seine Beine einfach auf. Schäden an den Knochen zwangen diese „Karriere“ in die Knie. Das ist typisch für diese Pferde: In einem eigentlich noch völlig fitten Alter geben Knochen und Gelenke einfach auf. Beine oder Rücken haben irreparable Schäden. Heute darf der Hengst nurnoch neue, millionenteure Pferde produzieren, die öffentlich kaputt geritten werden sollen.

Wenn mich also jemand fragt, wie es diesen Pferden geht, dann zeige ich gern Bilder von diesem Hengst. Es ist unglaublich einfach, zu sehen, wie es einem Pferd geht: Man schaut ihm ins Gesicht. Die erste, menschliche Assoziation dessen, was man da sieht, ist meist die richtige. Darüber hinaus kann man Schaum vor dem Maul, schlagende Schweife und vermehrtes Schwitzen auch genau so deuten, wie man vermutet: Stress, Anspannung, Schmerzen, erschwertes Atmen, eingeschnürt sein.

Dieser wunderbare Hengst hatte ein ganz besonders deutliches Mienenspiel und ich möchte hier einige Fotos aus dem Netz zeigen. Sie alle stammen aus der Zeit, als er noch hochgradig erfolgreich war. Als man die Ritte in den Himmel lob. Niemand schien zu sehen, wie viel Schmerz dieses Tier bereits aushalten musste. 98% der Pferde im Fernsehen schauen so oder ähnlich. 98% der Turnierpferde sind nicht glücklich, sondern versklavt. Egal, in welcher Disziplin. 98% dieser Pferde macht es keinen Spaß, sondern sie geben aus Verzweiflung alles.

Das letzte Foto zeigt denselben Hengst nach seiner Karriere. Er ist unglaublich stark, innerlich wie äußerlich. Er ist müde und traurig, man sieht ihm das Vergangene an. Aber wie er es schafft, nach so einer Tortur noch einen Funken Würde zu zeigen, ist mir ein Rätsel. Ich bin dankbar und froh, dass er es geschafft hat und die Sklaverei für ihn vorbei ist.

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danach

 

–> Weiterlesen zu diesem Thema: Pferde reiten

–> Mit Tieren sprechen lernen: Tierkommunikation Basiskurs

–> Hilfe, das eigene Pferd zu verstehen: Pferde Verstehen

Hunde mit Hundeproblemen

In meinen Tiergesprächen spreche ich oft mit Hunden, welche Probleme mit anderen Hunden haben. Sie meistern alltägliche Begegnungen auf der Straße oder gewollte Begegnungen mit Artgenossen nicht, zeigen dann ein Verhalten, welches wir Menschen als unangebracht einstufen. Manche sind agressiv, manche geraten total außer sich und vergessen all ihre Manieren, manche ziehen sich vor Angst zurück oder erstarren. Alle verlieren den Kopf. Ist der Schalter einmal umgelegt, kann Mensch kaum mehr etwas tun, um den Hund wieder da raus zu holen.

Wir Menschen möchten alle am liebsten solch einen Hund haben, der immer freundlich, souverän und spielerisch an andere Hunde ran geht. Der dabei nicht zu aufdringlich, aber auch nicht ignorant agiert. Der super sozial, nett und lustig daher kommt. Und der dabei natürlich noch auf uns hört, wenn wir in Hundekontaktmomenten meinen, es besser zu wissen.

Den meisten Leuten ist nicht klar, dass dies für Hunde nicht selbstverständlich ist. Es ist auch nicht „richtiges“ oder normales Verhalten, einfach jeden Artgenossen immer willkommen zu heißen, egal wann oder wo. Um darauf näher einzugehen, würde ich vom eigentlichen Thema abkommen. Es soll nur so viel dazu gesagt werden: Was wir Menschen als angebracht empfinden, ist für Hunde manchmal völlig unangebracht.

Natürlich ist es aber ein Bedürfnis für Mensch und Tier, den Alltag ohne Zwischenfälle zu überstehen. Niemand lässt sich gern von seinem Hund über die Straße zerren und niemand erklärt gern täglich geschockten Pekinesen-Haltern, dass ihr Hund nunmal so seine Problemchen hat, weil er aus dem Tierheim kommt. Auch für den Hund ist es ein Bedürfnis, draußen keinen Spießrutenlauf veranstalten zu müssen.

Hunde, die in extremes Verhalten fallen, wenn sie andere Hunde treffen, wissen oft selbst nicht, wie sie das lösen sollen. Sie sind Opfer ihrer Sensibilität. Reagieren über. Ist ihr Schalter einmal umgelegt, können sie nicht allein zurück. Sie brauchen unsere Hilfe dafür. Hunde, die so sensibel sind und dazu neigen, außer sich zu geraten, brauchen vor Allem Eines NICHT: Noch mehr Druck.

Keine Methode, welche auf Konfrontation basiert, hilft solchen Hunden. Kein „wir üben das jetzt“, keine Wasserspritzpistolen, kein Kommando Gerufe oder Halti oder Halsbandgerucke hilft so einem Hund. Im Gegenteil, es macht das Verhalten nur noch schlimmer. Solche Hunde haben ihr Fass schon fast voll. Alles, was an Druck noch dazu kommt, bringt es zum Überlaufen.

Das Fass ist schon so voll, weil sie ständig alles um sich herum aufnehmen. Sie sind wie Schwämme, die alle Umweltreize wahrnehmen und nicht einsortieren. Sie haben die Fähigkeit, Unwichtiges auszublenden und Wichtiges zu fokussieren, verlernt oder nie gelernt. Es fällt ihnen schwer, die Autos, die Gerüche, die Menschen, die Gedanken, die Stimmung, die Probleme ihres Menschen, die Atmung und Körperspannung ihres Menschen und noch viel mehr einfach beiseite zu lassen und sich zu überlegen, wie sie wohl reagieren wollen oder sollen. Und dann kommt der größte Umweltreiz, den es gibt: Ein anderer Hund. Und es passiert.

Das, was diese Hunde von uns brauchen ist, dass wir ihnen helfen, die Toleranzsspanne, bis ihr Schalter sich umlegt, zu verlängern. Das erreichen wir nur und ausschließlich mit Geduld, Ruhe und Wegnehmen von Reizen. Wir müssen es dem Hund leichter machen, nicht überzureagieren. Das bedeutet: Ich versuche, die Situation für ihn erträglicher zu machen. Vielleicht wechsle ich die Straßenseite, vielleicht lasse ich ihn hinter mir gehen, vielleicht nehme ich ihn auf den Arm, vielleicht lenke ich ihn mit Leckerlis ab, vielleicht kehre ich um. Alle Mittel sind recht! Nochmal: Es geht NICHT darum, den Hund zu konfrontieren. Ich möchte ihn schützen und ihm zeigen: Wir schaffen das zusammen. Ich weiß, wie wir hier durch kommen! Und jedes Mal, wenn der Hund es daraufhin schafft, den Schalter nicht umzulegen, erlebt er einen Erfolg: Ich kann ruhig bleiben, ich brauche mich nicht aufregen, wir sind zusammen sicher. Es ist individuell auszutesten, was genau dem Hund die Situation erleichtert. Für einen selbst gilt: Immer souverän bleiben! Die Situation für den Hund erledigen, dabei unbedingt weiteratmen und die Schritte bewusst auf den Boden setzen. Diese übersensiblen Hunde spüren und hören alles genau, was bei uns dabei passiert. Je mehr auch wir entscheidungsfreudig dabei und erleichtert sind, uns dem nicht aussetzen zu müssen, umso besser können die Hunde lernen, dass alles gut ist.

Und falls es doch wieder passiert, der Schalter sich umlegt, gibt es auch nur eins zu tun: Die Situation einfach verlassen. Den Hund wegnehmen, wegziehen, so ruhig wie möglich einfach raus da. Nicht mehr auf ihn einreden, nicht auf das Verhalten einsteigen. Einfach wissen: Es ist zu spät, ab jetzt gibt es nur noch den Abbruch. Danach durchatmen und sagen: Siehst du? Schon vorbei. Und so tun, als wäre nichts gewesen.

Je mehr man diesen Schutz für den Hund aufgebaut bekommt, umso sicherer fühlt er sich. Er merkt: Ich muss gar nicht da durch. Ich kann mich in der mir angenehmen Zone aufhalten, bis ich weiß, was ich tun möchte. Er lernt, den Schalter immer später umlegen zu lassen, bis er vielleicht sogar irgendwann verschwindet. Die Geduld, der Schutz, die Liebe dabei geben dem Hund die Möglichkeit, wieder zu lernen, sich zu verhalten, anstatt überzureagieren.

Nicht jeder Hund muss andere Hunde gern treffen wollen. Es gibt so viele Facetten von Hundepersönlichkeiten. Manche können und möchten mit sehr vielen Artgenossen einfach nichts anfangen. Das ist ok! Ich muss auch nicht jeden Menschen freundlich begrüßen und beachten. Wäre ich ein Hund, wäre ich wohl so einer, der die meisten Hunde lieber ignoriert. Und oh, was für ein Zufall: Genau so einen habe ich auch. 😉

Zum Abschluss möchte ich euch eine wunderschöne Rückmeldung zeigen, die mir Josefine (sie malt fantastische Tierportraits: JS Tierportraits) gestern über ihren Hund „Bats“ schrieb. Ich kenne die beiden seit Jahren, sie war auch in meinem Tierkommunikation Basiskurs und hat einfach einen so wundervollen Prozess mit Bats durchgemacht, ihr müsst (und dürft) das einfach lesen. Sie hat gemeistert, was ich mir für alle Menschen und ihre Hunde wünsche: Absolutes, gegenseitiges Verständnis für individuelles Sein. Was hier auch sehr schön heraus zu lesen ist:

Ein Tiergespräch ist und bleibt ein Gespräch. Nicht mehr, nicht weniger. Was alle Beteiligten daraus machen, liegt nur in ihrer Hand.

 

„Liebe Catherin,

ich möchte dir gerne nochmal kurz berichten, wie sich Bats entwickelt hat, denn da hat sich Einiges getan. Nachdem ich nach deinem Gespräch mit ihm ja angefangen hatte, andere Hunde total zu ignorieren haben wir das bis vor ca. 4 Wochen bei jedem Spaziergang so gemacht. Er wurde immer sicherer und es fiel ihm immer leichter, seine Leckerlis zu suchen oder mich anzusehen statt die fremden Hunde. Dieses Jahr habe ich dann beschlossen, dass wir einen Schritt weiter gehen können damit und habe in der Nähe eine tolle Hundeschule gefunden, wo modern und freundlich mit den Hunden umgegangen wird. Nachdem ich zuerst mal alleine dort war, um mich davon zu überzeugen, dass die Methoden für Bats geeignet sind, habe ich ihn zwei, drei Mal nur von außen das Gelände erkunden lassen. Dort riecht es ja überall nach vielen verschiedenen Hunden, das war schonmal die erste Hürde. Während wir draußen vor dem Zaun waren, habe ich ihn zeitweise Tricks oder kleine Übungen/ Spiele machen lassen (was er ja liebt wie nichts anderes) und zeitweise habe ich ihm einfach Raum zum Erkunden gegeben. Bats hat mich sehr überrascht, denn seine anfängliche Aufregung hat sich jeweils nach einigen Minuten schon gelegt und er war total entspannt und freudig und hatte kaum Probleme, die Hunde hinterm Zaun zu ignorieren. Selbst dann nicht, wenn es dort mal kleine Auseinandersetzungen gab, was in Spielgruppen ja immer mal vorkommt. Manchmal hat er auch von allein Kontakt zu den anderen aufgenommen oder eine Begrüßung erwidert, und er lernt langsam, dass er einfach weggehen kann statt die Hunde zu vertreiben, wenn es ihm zuviel wird oder er keine Lust mehr hat.
Heute waren wir dann das erste Mal richtig mit in den Ausläufen. Es waren nicht so viele Hunde da, weil es keine Spielgruppe, sondern eine Agility- Stunde war. Bats war auch erst ein bisschen nervös, aber er hat sich schnell beruhigt und ganz toll mitgemacht und sich gefreut dabei, als wären wir zuhause. Die Leute da waren ziemlich überrascht, dass er das mit seiner Vorgeschichte so gut weggesteckt und mitgearbreitet hat. Mir selber fehlen da noch total die Worte, ich kanns noch gar nicht richtig glauben. Nachdem ich jetzt diese zwei Jahre mit ihm trainiert habe, ist es schon irgendwie seltsam, dass er „plötzlich“ so gut mit anderen Hunden zurechtkommt und er einen Quantensprung nach dem anderen macht. Sicherlich liegt es auch mit daran, dass ich im Moment Bats‘ Freundin als Pflegehund habe und er mit ihr schon große Fortschritte bei der Interaktion generell und beim Spielen gemacht hat. Ich denke, dadurch ist er besser darin geworden, auch schnellere Bewegungen einzuschätzen. Den Grundstein für das alles hat aber das Gespräch mit dir gelegt, und ich bin dir unglaublich dankbar dafür! Das war wirklich das Beste, was ich machen konnte. So wie die Dinge jetzt stehen, wird Bats vielleicht später sogar mal eine Spielstunde besuchen können, denn hin und wieder juckt es ihm durchaus in den Pfötchen. Bis dahin machen wir in der Hundeschule aber andere Beschäftigungen mit, so dass er was zu tun hat und nebenbei noch verinnerlichen kann, dass die Anwesenheit von anderen Hunden gar nicht so viel Bedeutung hat.
Anbei schicke ich noch ein Foto von letzter Woche. Man sieht im Hintergrund den Laufsteg und den Hintern eines weißen Schäferhundes. Da waren wir bei einer Spielstunde am Zaun. Bats‘ Gesicht sagt alles!

Viele liebe Grüße von mir und Bats, und Bats bedankt sich auch bei dir! ❤
Josefine“

Bats
Bats

 

–> Tiergespräch mit eigenem Tier

–> Selbst mit Tieren sprechen lernen

Tierkommunikation Videos

Viele Jahre lang habe ich etwas vor gehabt, was ich Anfang diesen Jahres endlich begonnen habe. In fast jedem Tierkommunikation Basiskurs wurde ich gefragt, ob man die von mir gesprochenen Einführungsmeditationen für die Tiergesprächsübungen irgendwo bekommen könnte, um Zuhause zu üben.

Zwar lernen meine Schüler auch bereits am zweiten Tag des Basikurses, dass sie meine Stimme nicht brauchen, um erfolgreich mit Tieren zu sprechen. Dennoch schien es ein Bedürfnis zu sein, sich in der alten Sicherheit der Einführung ans Tiergespräch zu trauen.

Erst wollte ich eine Audiodatei aufnehmen und sie für kleines Geld auf dem Kurs verkaufen. Irgendwie kam mir das aber komisch vor. Den Menschen direkt alles vorgekaut mitgeben wollte ich nie. Es war mir immer sehr wichtig, dass jeder individuell lernt, mit Tieren zu sprechen. Jeder Mensch denkt anders, jeder Mensch kommuniziert anders. Jeder hat seinen ganz eigenen Weg mit der Tierkommunikation. Den Menschen vorzugeben, dass es nur den einen Weg gibt, und zwar den über meine Anleitung, das widerspricht dem, was ich lehre.

Also blieb die Antwort lange „Nein“.

Die Idee, einfach Videos heraus zu bringen, in denen ich erkläre und anleite, hatte ich dann erst vor ca. 2 Jahren. Erst zögerte ich auch hier, weil ich es bedenklich fand, nur Halbwissen über Videos zu verbreiten. Ich wollte dabei sein, wenn jemand nach meiner Anleitung mit Tieren sprach. Um eingreifen zu können, wenn etwas nicht klappt, jemand Unterstützung braucht usw. Ich mochte die Idee nicht, als Video zu lehren. Online-Kurse waren auch nie mein Fall. Ich unterstütze gern individuell.

Irgendwann weichte sich diese Überzeugung aber auf. Es musste keine ganzheitliche Anleitung sein. Kein Kurs to go. Es durfte einfach etwas Leichtes, Spaßiges sein. Zum Ausprobieren oder Üben eben. Ohne Gewähr.

Ich unterrichte da nicht, lehre nichts. Das geht gar nicht. Ich kann nur kleine Anstöße geben und Mut machen, es zu probieren. Denn auch das ist Teil meiner Überzeugung: Tierkommunikation ist so einfach und für jeden durchführbar! Sogar recht schnell und simpel. Es kann auch nichts dabei schief gehen. Klar kann es Missverständnisse geben und Fehlversuche. Aber deswegen der breiten Masse vorenthalten, was so wunderbar und unbedingt verbreitungswürdig ist? Nein.

Also ging es los. Heute gibt es schon drei dieser Videos. Eine Einleitung, dann ein einfaches Tiergespräch, dann ein geführtes Tiergespräch. Demnächst kommt das geführte Pferdegespräch und es folgen weitere Videos extra für Hunde- und dann Katzengespräche. Ich werde auch mal ein Infovideo heraus bringen, z.B. „Wie finde ich den richtigen Tierkommunikator?“.

Es macht mir sehr viel Spaß, diese Videos in die Welt zu bringen und mein Wissen zur Verfügung zu stellen. Es muss nicht immer alles 200% sein. Es dürfen auch mal nur 100% sein, so lange der Tierkommunikation damit gedient ist. Mit dieser Überzeugung habe ich mich mit der Videoreihe sehr gut angefreundet und es macht mir viel Spaß, die Videos zu drehen. Beim letzten Dreh habe ich allein 3 Stunden gebraucht, um den richtigen Ort dafür zu finden, in meinem 50qm Haus! Manchmal verhaspele ich mich, manchmal rede ich Blödsinn, manchmal spricht Merlin dazwischen. Es ist schwieriger, als es aussieht… damit es aber eben am Ende gut aussieht, hilft mir mit dem Schnitt und der Bearbeitung Leena Henningsen (Webseite: Hier). Sie macht das beruflich, ist gerade frisch selbstständig und freut sich über Aufträge.

Wer noch nicht reingeschaut hat, bekommt hier die bisherigen Videos vorgestellt:

Nr. 01 Tierkommunikation – Was ist das?

Nr. 02 Einfaches Tiergespräch

Nr. 03 Geführtes Tiergespräch – Spaziergang

Bald folgt Nr. 04 Pferdegespräch. Wer dran bleiben will, darf den Tierisch Verstehen Youtube Kanal gern abonnieren. Ich freue mich übers Teilen und Verbreiten der Videos! Natürlich auch sehr über Rückmeldungen, wie es euch damit ergangen ist. 🙂

(Und das hier wurde dann nach 3 Std der Platz für Video Nr. 04… es folgt in Kürze.)

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–> Tiergespräch für das eigene Tier buchen

 

 

Energiebehandlungen und warum ich sie so mag

Seit 6 Jahren bin ich nun „Reiki Meisterin“. Das bedeutet, dass ich eine Ausbildung gemacht habe, in der ich gelernt habe, mit meinem Körper Lebensenergie entweder im direkten Kontakt oder über Distanz zu übermitteln. Das klingt erstmal ähnlich mystisch und merkwürdig wie dass ich mit Tieren sprechen kann, finde ich. In der Anwendung ist es aber genau so unspektakulär bodenständig und etwas ganz Natürliches. Meinen Tierkommunikationsschülern bringe ich im Profikurs auch bei, wie sie selbst Energiebehandlungen durchführen.

Wie meine tierischen und menschlichen „Patienten“ darauf reagieren und wie mein Werdegang damit ist, das möchte ich heute aufschreiben.

Genau wie mit Tieren zu sprechen kann auch jeder lernen, Energiebehandlungen durchzuführen. Manche Menschen müssen dies auch gar nicht lernen, sondern tun es einfach so, immer schon. Sie wissen, dass sie, meist über ihre Handflächen, heilende Energie übertragen können. So war auch mein erster Kontakt damit. Seit meiner Kindheit hatte ich Knieprobleme. Alles wurde probiert, jegliche ärztliche Behandlungen über OPs, Gymnastik, Packungen, Bestrahlung, Cortison, Cremes, Akkupunktur etc wurden ausprobiert. Nichts half, ich hatte eine chronische Knieentzündung. Bis meine Mutter mich zu einem Wunderheiler schickte. Ich war gerade Anfang 20 und damals war mir alles, was nicht absolut handfest war, sehr suspekt. Aber dieser merkwürdige Mann in seinem altmodischen Wohnzimmer, was mit Menschen aller Art vollgestopft war, bat mich auf seinen muffigen Sessel und hielt seine Hände einfach ca. eine halbe Stunde neben mein Knie, er berührte mich nicht einmal.

Danach ging ich wie auf Gummibeinen aus dem Haus. Ich hatte gemeint, zu spüren, wie mein Knie zu kribbeln angefangen hatte. Aber ich war sicher, mir das nur eingebildet zu haben. Mich hatte das alles zutiefst eingeschüchtert und verunsichert. Es gab aber keine andere Möglichkeit mehr, warum sollte ich ihn also nicht seinen Hokuspokus machen lassen?

Nach ein paar Besuchen dann war mein Knie heil. Jahrelang. Das erste Mal seit über 10 Jahren. Irgendwann ließ die Wirkung nach, aber es wurde nie wieder so schlimm, wie vorher.

Als mir Jahre später meine Freundin und spätere Reiki-Lehrerin Maren dann mein Knie behandelte, erkannte ich das gleiche Gefühl dabei: Dieses ganz leise, warme, einschläfernde Kribbeln, welches meine Beine ganz weich werden ließ. Als wäre eine Blockade gelöst worden, die dafür sorgte, dass die Entzündung sich auflösen und die Schwellung abklingen konnte. Auch hier war ich noch skeptisch und ließ sie einfach mal machen, ohne etwas zu erwarten. Als ich nach der Behandlung aber kaum mehr sprechen konnte vor Behandlungsdelirium, musste ich mir eingestehen, dass da irgend etwas passiert war. Ich wusste nun auch, dass das, was der Wunderheiler gemacht hatte, auch von anderen Menschen praktiziert wird. Und bis heute ist mir diese Energie immer wieder begegnet, sie wird aber immer anders genannt, je nach Anwendungstechnik: Reiki, Quantenheilung, Healing Code, Reconnective Healing und so weiter. Auch im Tai Chi spürte ich: Das ist diese Lebensenergie, die ich da handhabe.

Ich lernte also, mich selbst zu behandeln. Und mein Knie schlug wieder darauf an. Ich lernte außerdem, dass ich andere behandeln kann, sogar über Distanz. Und ähnlich wie in der Tierkommunikation wurde klar, dass eine direkte Behandlung ganz genau so gut und intensiv ist, wie eine über Entfernung. Ich begann, über Distanz zu behandeln. Meist waren es tierische Patienten, die ich in den Tiergesprächen bei Bedarf auch fragte, ob sie so etwas brauchen konnten. Schnell wurde klar, wie gut die Behandlungen ankommen und dass kleine Wunder mit ihnen passieren konnten.

Dennoch war es nicht ganz mein Fall, dies anzubieten. Ich fand einfach, dass ich für eine Behandlung, in der ich nichts tue, außer Energie fließen zu lassen und bei der ich auch keine Ergebnisse hervorrufen kann wie etwa die Antworten in den Tiergesprächen, ich kaum Geld nehmen dürfte. So waren meine Energiebehandlungen sehr günstig. So günstig, dass ich ständig welche machen sollte. Meine Tage waren damit gefüllt und ich merkte bald: Für meine Arbeit als Tierkommunikatorin, für das Sprechen, bleibt viel zu wenig Zeit.

Also stellte ich die Energiebehandlungen irgendwann ein. Es fühlte sich einfach besser an, meine Termine nur mit Tiergesprächen zu füllen. Ich behandelte nurnoch mich, meine Tiere oder Freunde und Familie. Es fiel mir schwer, nicht jeden Bedürftigen in meinem Bekanntenkreis damit zu versorgen, mich abzugrenzen. Ich konnte und wollte mich auch nicht so recht in der Rolle als „Heilerin“ sehen, das war mir zu hoch gegriffen, weil ich doch gar nichts dabei tat. Außer es fließen zu lassen. So war es einfacher, die Sache ruhen zu lassen.

Ich kann gar nicht so genau sagen, was passiert ist, aber Anfang März diesen Jahres wurde mir auf einmal nachts im Traum klar: Ich muss wieder Energiebehandlungen anbieten. Und kurz darauf bat mich eine Kundin, deren Tiere ich gesprochen hatte, ob ich nicht auch ihr helfen könnte. Ihr ging es schlecht, sie fühlte sich schon lange immer abgeschlagen und am Rande ihrer Kräfte. Ich schlug ihr eine Probebehandlung und einen Behandlungsplan vor. Sie ließ sich darauf ein und nach 2-wöchiger Behandlung schrieb sie mir frohen Mutes, wie viel besser es ihr geht und dass ihr Leben sich neu geordnet hätte. Sie habe nun wieder die Kraft, die sie benötigt. Bis heute geht es ihr gut.

Seitdem habe ich einige Tiere und Menschen behandelt, die Nachfrage ist groß. Meine Verfahrensweise ist dabei so, dass ich eine Probebehandlung durchführe, bei der ich spüre, wie sehr der Behandelte die Energie annimmt. Ich lasse denjenigen am nächsten Tag auch selbst fühlen, wie es ihm geht und daraufhin schlage ich einen Behandlungsplan vor.

Eine Behandelte war Claudia. Sie kam zum Tierkommunikation Übungstag zu mir. Mit dem Bus. Sie konnte kein Auto fahren, ihre Schulter war verletzt und still gelegt. Der ganze Arm war nicht zu gebrauchen. Sie bat mich um Behandlungen, weil die Schulter einfach nicht so recht heilen wollte. Nach 6 Behandlungen kam ihr Feedback: „Der Schulter geht es viel besser, ich habe kein Krankheitsgefühle mehr und die Instabilität hat sich deutlich gebessert, jetzt kann ich damit was anfangen und Stabilitätstraining und vorsichtigen Muskelaufbau beginnen, sogar ein bißchen Dehnung geht. Am besten gefällt mir, dass wieder Leben in einer Sehne ist, von der ich befürchtete, sie könnte abgerissen sein. Ich bin sehr zufrieden mit diesem Ergebnis, das ich in dieser Intensität nicht erwartet hätte.“

Heute bekam ich auch die Rückmeldung von einem Pferd mit starker Arthrose, welches schon nicht mehr fressen oder sich bewegen wollte vor Schmerzen, dass es wieder glücklicher ist und sich schmerzfreier bewegt.

Eine Katze, die ich gestern behandelt habe, war erst recht aufgewühlt davon und lief umher. Kurz darauf hat sie sich hingelegt und war dann sehr müde. Sie hat tief geschlafen nach der Behandlung. Es war ihre erste und vermutlich fühlte sie sich ähnlich, wie ich damals. Jedes Tier, jeder Mensch empfindet die Behandlungen anders, aber meistens setzt danach eine tiefe Ruhe ein, die müde macht. Deshalb behandle ich am liebsten abends.

Solche Rückmeldungen, von Mensch wie Tier gleichermaßen, berühren mich immer sehr. Ich weiß selbst, wie es ist, ständig mit Schmerzen herum zu laufen oder sich „kaputt“ zu fühlen und bin so dankbar, wenn ich als Werkzeug helfen kann, dass ein Körper sich wieder selbst in Balance bringt. Die gespendete Energie ist keinesfalls ein Wundermittel. Es ist ganz einfach Lebensenergie. Also Energie, welche wir alle brauchen, um zu leben, zu heilen, zu sein. Wir haben sie alle, bekommen sie vom Universum, von der Erde, aus der Seele, durch Liebe oder wie auch immer man das nennen mag. Wer sich selbst blockiert, der wird krank. Bekommt Schmerzen, hat fest sitzende Traumata, die sich körperlich äußern und so weiter. Demjenigen wieder etwas mehr von dieser Lebensenergie zuzuführen, das kann heilend wirken. Selbstheilend. Ich bin nicht die Heilende, sondern nur die Übermittlerin, der Kanal. Die Energie ist auch nicht meine, nicht von mir abgezapft. Ich ziehe sie nur an, lade sie ein, durch mich intensiviert an diese Person, ob tierisch oder menschlich, gerichtet zu werden. Und das tut sie, sehr gerne, sehr liebend und sehr viel, wenn derjenige sie braucht und annehmen möchte. Dann dürfen die Wunder geschehen.

Eigentlich arbeite ich immernoch viel zu wenig damit. Ich darf dem Leben noch mehr vertrauen, dass es wirklich so einfach sein kann. Am besten fange ich gleich damit an.

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