Wertfindung

Hier mal eine Kundenstimme der etwas anderen Art. Wobei genau genommen es keine Kundenstimme ist, denn der Herr hat nie eine Dienstleistung bei mir beauftragt. Zum Glück.

„Hallo Frau Seib,

wir interessen für die Teilnahme an dem Basiskurs. Wir würden uns
freuen, ein paar Worte zu dem Photo von Ihnen zu hören.

Mit freundlichen Grüßen
Dobby + Wulf“

„Hallo Herr Wulf,

vielen Dank für Ihre Email.
Das Foto eignet sich gut, das können Sie gern mitbringen zum Kurs.
Wenn Sie noch weitere Fragen haben, melden Sie sich gern.

Herzliche Grüße,

Catherin Seib“

„Hallo Frau Seib,

danke für die Antwort. Nun hatte ich ein wenig Zeit, weitere Informationen einzuholen.
Mal abgesehen davon, dass alle Kommunikatoren fast wortwörtlich die identischen Inhalte
wiedergeben, fällt mir bei Ihnen auf, dass sch die Preise seit Ihrer Ausbildung fast verdoppelt haben.
Mein Instinkt sagt mir, dass es Ihnen in erster Linie um finanzielle Aspekte geht, daher werden Dobby und
ich – wie bisher- überwiegend lautlos ohne Telepathie miteinander leben.

Dass Sie nicht erkannt haben, das mit wir Dobby und ich gemeint waren, bestärkt mich in meiner Meinung.
Nicht für ungut.

Freundliche Grüße
Dobby+Wulf“

„Lieber Herr _____,

ich hoffe, dass Sie in Ihrem Leben für gute Arbeit auch gut bezahlt werden. Ebenso hoffe ich, dass Sie eine Gehaltserhöhung bekommen, wenn Sie Ihre Arbeitserfahrung dazu nutzen, noch besser, effektiver und schöner zu arbeiten. So wie ich.
Ihr Instinkt falsch, was mich betrifft. Aber ich bin sicher: Für Dobby und Sie wird er reichen, insofern brauchen Sie mich nicht.

Herzliche Grüße und bitte seien Sie in Zukunft etwas netter zu den richtigen Menschen, Sie nehmen sich viel durch Ihre bissige Art.

Catherin Seib“

„Liebe Frau Seib,

meine Erfahrung lehrt mich folgendes:

Zu 99 % sind Menschen an materiellen Dingen in erster Linie interessiert. Liebe zum Beruf verbunden
mit Altruismus machen die restlichen 1 % aus. Ich habe überhaupt nicht gegen gute Bezahlung, wenn
die Relation zum Aufwand und zur Leistung passt. Folgendes Beispiel, in meiner Umgebung gibt es einen Tierpark, der mehrere
Wolfsrudel beherbergt. Unter dem Deckmantel den Menschen den Wolf näher zu bringen, gibt es regelmäßige Fotosessions, Spaziergänge,
Wolfsabende sowie Manager Seminare, die um 3.500,- Euro das Wochenende kosten.

Auch dieses Ehepaar sind absolute Wolfsliebhaber und angeblich Experten. Vielleicht mag das anfänglich so gewesen sein, doch heute?
Ich möchte Ihnen nicht unterstellen, dass es bei Ihnen genauso ist oder wird…aber meine Erfahrung sagt: die Gefahr ist groß.
Durch meine „bissige Art“ selektiere ich übrigens nur:-). Und zu den richtigen Menschen bin ich außerordentlich nett, gibt bloß leider
so wenig…„smile“-Emoticon

“ Ihr Instinkt falsch, was mich betrifft. Aber ich bin sicher: Für Dobby und Sie wird er reichen, insofern brauchen Sie mich nicht“

Wie kommen Sie darauf, dass es für uns reicht? Vielleicht kommen wir gar nicht so gut klar miteinander….

Viele Grüße nach Hamburg, wo es nur regnet..,.,.“

„Lieber Herr _____,

normalerweise antworte ich Menschen, die mir eine namenlose Anfrage schicken, gar nicht. Auch, wenn ich Emails mit beleidigendem Inhalt bekomme, so wie von Ihnen, spare ich mir eigentlich immer eine Antwort.
Sie haben heute also großes Glück! Ich widme mich Ihnen und das sogar, ohne dafür eine Gebühr zu verlangen. Ist das nicht toll? Betrachten Sie es als verspätetes Weihnachtsgeschenk. Alles Gute!

Ich sehe es Ihnen nach, dass Sie so verbissen und boshaft auf die Welt, in diesem Falle mich, blicken. Denn Sie wissen einfach nicht, worüber Sie hier urteilen. Sie kennen weder mich, noch meine Arbeit und brauchen offenbar ein Ventil, um die negativen Aspekte Ihres Lebens auszuleben. Da komme ich Ihnen sehr gelegen. Da ich reagiere, bekommen Sie auch noch, was Sie verlangen. Nur zu, leben Sie es aus. Vielleicht verfassen Sie noch eine weitere Email, in der Sie mir von mir wildfremden Menschen erzählen, die angeblich auch so raffgierig sind, wie ich. Ich denke, das wird Ihnen gut tun. Nur wird es bei mir nicht ankommen, denn Ihre Emailadresse ist bereits bei mir gesperrt. Sie müssten sich schon die Mühe machen, mir einen Brief zu schreiben. Ist vielleicht eine gute Idee als Vorsatz für 2016?

Nein, Scherz beiseite. Zurück zum Thema: Sie wissen nicht, worüber Sie urteilen. Und damit sind Sie nicht alleine. Auch mir ging es mal so. Ich hatte keine Ahnung, was es bedeutet, selbstständig zu sein. Ich wusste weder, welche Kosten auf mich zukommen, noch was es bedeutet, keinen bezahlten Urlaub nehmen zu können oder bei Krankheit keine Krankschreibung beanspruchen zu können. Ich wusste nicht, was der Druck, für den nächsten Monat das Geld rein zu bekommen, mit einem Menschen machen kann. Ich wusste nicht, dass ich nach 7 Jahren erst einsehen würde, wie sehr das alles an mir zehrt. Wie anstrengend es ist, sich selbst zu verkaufen. Immer von der eigenen Energie zu nehmen, um als Gegenleistung Geld zu bekommen, was zum immens großen Teil in die Staatskasse fließt (denn ich arbeite zu 100% weiß), dann zu einem noch größeren Teil in Erhaltungskosten meiner Selbstständigkeit.

Und vor Allem wusste ich nicht, was es bedeutet, in den Tiergesprächen für eine Stunde Teil des Lebens der Menschen und Tiere zu werden, für die ich arbeite. Ich konnte mir nicht vorstellen, was es mit einem Menschen macht, alles mitzufühlen, mitzusehen, mitzuverstehen, was in diesen Beziehungen Thema ist. Mir war nicht klar, dass ich über Leben und Tod entscheiden müsste. Dass ich tödliche Krankheiten aufdecken und brutalste Traumata mit den Tieren und Menschen noch einmal durchleben würde. Ich wusste nicht, wie es sein kann, die Ängste und Sorgen der Tiere und Menschen 1:1 mitzufühlen. Und wie viel Kraft und Energie es mir abverlangen würde, dabei professionell zu bleiben, um nicht selbst darin zu versinken. Mir war nicht klar, was es bedeutet, diese eine Stunde Teil des Lebens von anderen zu sein, die Hilfe brauchen. Ich dachte, wenn ich es kann, also mit Tieren sprechen, dann kann ich es ja einfach tun.

Erst Jahre später lernte ich, zu spüren, wie mich das benutzt. Und ich musste es auf die harte Tour lernen. Mein Körper hat es mir gesagt. Es hat weitere Jahre gedauert, um das alles so einzusehen und mich neu auszurichten, damit ich nicht weiter Raubbau an mir betreibe. Ich habe es geschafft. Auf dem Weg dahin musste ich diesen Job mehrmals fast an den Nagel hängen. Heute weiß ich, wie viele Tiergespräche ich führen kann, ohne dabei mich selbst zu zerstören. Es sind wenige. Ich weiß auch, wie viele Kurse ich geben kann, in denen ich an nur 2 Tagen Teil von 10 Menschen und weiteren 10 Tieren werde. Das sind 20 Schicksale, die ich telepathisch mitfühle, mithöre, mitsehe. Und die ich dann kanalisieren muss, damit diese Menschen lernen, das auch zu tun. Heute weiß ich, was das wert sein muss.

Mir ist klar, dass Sie keine Ahnung haben, was diese Arbeit bedeutet. Und was sie wert ist. Was sie wert sein muss, damit ich sie weiterhin betreiben kann. Dass Sie auch nicht wissen, wie gut ich über die Jahre darin geworden bin, den Leuten zu zeigen, wie man das macht, mit Tieren zu sprechen. Dass die Kurse meiner Anfangszeit nicht im Entferntesten mit dem verglichen werden können, was ich heute anbiete. Sie wissen nicht, dass meine hart erlernten Lektionen des Lebens mit dieser Arbeit bedeuten, dass ich so gut in diesem Job geworden bin, dass die Kurse sogar noch mehr wert wären.

Sie werden es auch nie herausfinden. Nicht bei mir und hoffentlich auch bei niemand anderem, der diese Arbeit anbietet. Weil Sie sich entschieden haben, die Welt so zu sehen, wie Sie es tun. Sie scheinen auch noch nicht zu wissen, dass Sie kein Opfer der Umstände sind. Dass Sie die Wahl haben, wie Ihre Welt aussieht. Dass Sie die Realität steuern. Dass Ihre Gedanken es sind, wonach sich Ihre Zukunft ausrichtet. Sie können buchstäblich die Zukunft formen. Die Kraft der Gedanken ist weitaus größer, als Sie ahnen. Vielleicht lesen Sie mal mein Lieblingsbuch: „Raus aus dem Geldspiel.“ Ich sollte es auch mal wieder lesen, um zu verstehen, dass ich Geld verdiene. Es buchstäblich verdient habe, Geld zu haben. Nicht mehr, auch heute noch, zu grübeln, wie der nächste Monat finanziell zu überstehen ist. Auch ich habe da noch zu lernen, dass es einfach nur daran liegt, wie ich mich dazu ausrichte. Und ich danke Ihnen, dass Sie mich genau daran noch einmal erinnert haben mit Ihrer Email.

Am meisten danke ich Ihnen, dass Sie sich nicht wortlos angemeldet haben, denn einen Menschen wie Ihnen wünsche ich niemanden in seinem Kurs. Bitte sehen Sie davon ab, andere Kolleginnen zu belästigen.

Zum Abschluss habe ich noch einen Tipp für Sie: Falls Sie gern mal das große Geld machen wollen (Sie klingen etwas neidisch), dann versuchen Sie es NICHT mit eigenen Dienstleistungen, am wenigsten mit solchen wie meiner. Nehmen Sie ein Produkt, was sich gut für Sie verkauft. Etwas Lebloses. Dem tut es nicht weh, vermarketet zu werden. Es ist doch sehr anstrengend, mit der eigenen Person Geld verdienen zu müssen. Denn man selbst ist verletzlich und läuft Gefahr, zu versagen. Oder bissige Emails von Blödmännern zu bekommen.

Herzliche Grüße und alles Gute für 2016,

Catherin Seib
PS: Im Anhang noch ein Foto von gestern aus der schönsten Stadt der Welt.“

sun_tierkommunikation

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