Mindestbedingungen für Pferde

Heute möchte ich euch eine kurze, simple Sache erklären zum Thema Pferdehaltung. Immer wieder werde ich mit Problemen konfrontiert, die Menschen mit ihren Pferden haben, welche so einfach zu lösen wären, wenn sich an folgende Mindestbedingungen für Pferde gehalten würde:

Pferde sind Herdentiere, die ursprünglich dafür gemacht sind, sich stetig zu bewegen. Sie zogen übers Land auf der Suche nach Nahrung. Ein Pferdeorganismus ist darauf ausgelegt, sich mehrere Kilometer am Tag, über den Tag verteilt, zu bewegen. Die Hufe sind so gemacht, dass durch das Auftreten und Abheben die Durchblutung angeregt wird. Ebenso die Gelenke. Die Verdauung funktioniert nur, wenn das Pferd über den Tag hinweg fast durchgehend fressen kann, ohne lange Pausen.

Die Voraussetzung für ein gesundes, ausgeglichenes Pferd ist also, dass es sich ausreichend bewegen kann. Viele unserer Pferde leben in Boxen. Generell ist dagegen nichts einzuwenden, wenn ein Pferd jeden Tag viele Stunden freie Bewegung unter Artgenossen hat. Es kann sich austauschen, erhält Sinneseindrücke und kann seinen Körper so benutzen, wie es möchte. Die meisten Boxenpferde haben aber viel zu wenig Auslauf.
Ich könnte ein ganzes Buch schreiben nur zum Thema Pferedehaltung, aber in diesem Fall wird es nur ein kurzer Text, der das kleine 1×1 veranschaulichen soll:

Ein Pferd welches 20 Stunden oder mehr am Tag in der Box steht, wird krank. Es wird außerdem verhaltensauffällig oder resigniert komplett. Ein Pferd ist kein Höhlenbewohner, sondern ein Fluchttier, ein Herdentier der Steppe, der Weite! Wer auch immer bei seinem reinen Boxenpferd sich fragt, warum es beim Reiten unartig ist, ständig krank wird, beim Spazieren gehen ständig scheut oder agressiv ist: Die Antwort ist meistens so einfach wie traurig: Es lebt im Gefängnis!

Wir sind traurige, resignierte und versklavte Pferde gewöhnt. Schaut bitte 1 x mehr hin und überlegt, ob ihr eurem Pferd in den Grundlagen der Haltung gerecht werdet, wenn es krank oder auffällig ist. Hier kurz die Eckdaten der gerechten Pferdehaltung, welche ich durch tausende Pferdegespräche herausfiltern konnte:

– Genügend täglichen Auslauf auf Paddock oder Weide, 6 Std. als absolutes Minimum und das auch nur über z.B. eine Schlechtwetterphase

– Kontakt zu Artgenossen, nicht nur durch ein Gitter. Einzelhaltung ist tierschutzrechtlich bei Pferden verboten.

– Genügend Raufutter mit wenig Fresspausen, also mind. 3 x tägliches Heufüttern oder langzeitige Fressphasen durch engmaschige Heunetze. Keine feuchte Heulage.

– Individuell angepasste Fütterung mit Kraftfutter und Mineralien (ein Blähbauch heißt Unterfütterung von Kraftfutter, nicht das Gegenteil)

– Trockene Liegefläche für Ruhephasen, genügend für alle, so dass auch rangniedere Pferde ruhen können ohne verscheucht zu werden.

– Genügend Platz in nicht zu großer Gruppe im Auslauf, stressfreie Gruppenzusammenstellung. Ein Auslauf sollte so groß sein, dass ein Pferd in guter Laune sich im Galopp ausleben kann.

Jedes Pferd hat individuelle Bedürfnisse und natürlich sind individuell noch Faktoren zu diesen hinzuzufügen. Ohne die oben gezeigten Mindestbedingungen kann und wird aber kaum ein Pferd gesund oder gar glücklich werden.

–> Selbst mit Pferden sprechen lernen

–> Selbst mit Tieren sprechen lernen

–> Das eigene Tier sprechen lassen

–> Pferdekommunikation in Norddeutschland

 

wildandfree_tierkommunikation

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3 Gedanken zu “Mindestbedingungen für Pferde

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