Pferde reiten

Für uns Menschen ist es selbstverständlich: Wir reiten Pferde. Wir haben Pferde, um sie zu reiten. Nicht, um sie lieb zu haben, über sie zu lachen, mit ihnen zu kuscheln, als beste Freunde. So wie wir unsere Hunde und Katzen sehen.

Pferde sehen wir oft als gefährliche, starke, unberechenbare Tiere, die es zu kontrollieren gilt. Die Leistung zeigen und arbeiten müssen. „Arbeit“ heißt es, wenn man sein Pferd reitet. Oder irgendetwas mit ihm tut. Pferde werden zusammengeschnürt mit Leder, Holz und Stahl, um sie in die „richtige“ Form zu pressen und zu ziehen. Sie müssen im Kreis laufen und dabei hübsche Bewegungen machen. Oder über Hindernisse springen. Oder querfeldein rennen wie auf der Flucht. Oder im großen Kreis rennen, um Erster zu werden.

Würden wir unseren anderen Tieren so etwas jemals zumuten? Wieso tun wir es dann bei unseren Pferden? Was haben sie verbrochen, dass wir unsere verborgenen Machtgelüste an ihnen ausleben, als seien sie unsere Sklaven?

Ich kann es nur ahnen: Sie stehen für alles, was wir gern wären. Schön, stark, schnell, kraftvoll. Energiegeladen, sozial, hochsensibel, ausgelassen, emotional. Frei.

Wir möchten so sein, wie sie. Doch was wir tun, ist sie auf unser Niveau herunter zu schinden, anstatt von ihnen zu lernen, so zu werden, wie sie. Weil wir nicht wissen, wie das geht. Weil wir Angst haben, ihnen zuzuhören und zu verstehen, dass sie unsere Lehrer sind.

Rennpferde sind blutjung. Wenn sie erwachsen werden, sind sie meistens kaputt. Dann werden sie überflüssig und den Großteil von ihnen bringt man zum Schlachter. Springpferde halten in der Regel etwas länger durch, haben dann aber oft kaputte Gelenke und Rücken. Dressurpferde haben meist kaputte Hälse, Genicke, Rücken, Kiefer und Beine. Westernpferde stumpfen oftmals komplett ab und bekommen steife Rücken und Gelenke.

Pferde, die den Ehrgeiz ihres Menschen ausleben müssen, die im Sport gehen, sind meist solche, die es ihrem Menschen sehr gern recht machen möchten. Die alles geben, um anerkannt zu werden. Die sich darüber definieren, wie stolz ihr Mensch auf sie ist. Dass die allermeisten dabei auf Dauer kaputt gehen und seelisch verkümmern, ist den Menschen meist nicht bewusst. Sie sehen nur den Erfolg, die Leistung, das Pferd als Gerät. Dabei fühlen Pferde genau wie wir. Auch sie gehen daran kaputt, es Anderen immer Recht machen zu müssen. Auch sie haben Minderwertigkeitsgefühle, wenn sie es mal nicht schaffen oder einfach ausgetauscht werden, wenn sie es nicht mehr können. Das Schlimmste aber ist: Das Pferd hat keine Wahl.

Es hat nie die Wahl, mit wem es sich umgeben möchte. Nicht, wer zu seinen Freunden oder zur Familie gehören soll. Es darf nicht aussuchen, was es isst, wann es isst und wie viel es isst. Es kann sich nicht dorthin bewegen, wo es hin möchte. Es darf nicht einmal zeigen, wie es etwas findet, wenn der Mensch mit ihm „arbeitet“. Es hat zu tun, was man ihm befiehlt, mittels körperlicher Züchtigung.

Menschen, die schon lange mit Pferden zu tun haben, sind meistens Experten darin, ein Pferd zu verkennen. Nicht mehr wahr zu nehmen, wie es ihm geht. Was ihm eigentlich Spaß macht und ob es heute überhaupt geritten werden will. Ob ihm der Rücken weh tut oder das Bein. Ob es glücklich ist in der Herde, dem Stall, mit einem selbst. Dabei ist es so einfach. Ein Pferdegesicht spricht Bände. So wie das eines Hundes oder eines Menschen. Viele Pferdelaien können besser sehen, ob ein Pferd traurig guckt oder ob es glücklich ist. Ein glückliches Pferd hat große Augen, ein entspanntes Maul, fast ein Lächeln auf den Lippen. Es schaut wach und klar und stolz. Ein trauriges Pferd schaut in sich gekehrt, schmerzverzerrt, die Augen sind kleiner, das Gesicht faltiger. Es ist wirklich so einfach zu sehen, wie es klingt.
Leider sind die meisten von uns es gewohnt, in traurige Pferdegesichter zu schauen. Weil es kaum andere gibt. Glückliche Pferde sind äußerst selten. Nicht nur unter den Sportreitern.

Die Freizeitreiter wollen meist das Beste für ihr Pferd. Und tun das, was sie gelernt haben oder was ihnen andere, oberschlaue Pferdemenschen diktieren. Auch hier muss der Großteil der Pferde im Kreis laufen, wird eingeschnürt und benutzt. Auch hier ist es oft traurig und geht kaputt. Manchmal wird es sogar noch schlimmer behandelt, als im Sport, weil es schlechter gefüttert oder gehalten wird.

Wir Freizeitreiter haben gelernt, dass man Pferde gymnastizieren muss. Ja, ganz genau. Gymnastizieren! Wie einen Kranken, der Reha braucht. Wir müssen sie angeblich reiten, damit sie die richtigen Muskeln bei behalten. Damit sie gesund bleiben.

Ich spreche seit 7 Jahren mit Pferden. Ich habe hunderte Pferde gesprochen. Mindestens 95% dieser Pferde war nicht der Meinung, beim Reiten „gymnastiziert“ zu werden. Im Gegenteil. Die allermeisten haben dabei Schmerzen und benutzen genau die falschen Muskeln. Hierbei gibt es auch keinen Unterschied zwischen Sport und Freizeit.

Man stelle sich das mal so vor. Ich möchte joggen gehen. Mein Trainer meint, dass ich dabei aber meine Schultern weiter zurück machen müsste. Also setzt er mir ein Ledergeschirr auf, welches meinen Kopf und meinen Hals in die richtige Form ziehen wird, während ich laufe. Es verhindert sogar, dass ich mich frei bewegen kann, so wie ich es tun würde. Gleichzeitig schnallt er mir einen Rucksack auf mit ca. 10kg Gewichten darin. Der Rucksack hat ein Holzgerüst, welches „angepasst“ wurde an meine Rückenform, wenn ich stehe. Ich laufe los. Schon nach ca. 10 Minuten spüre ich deutlich: Das Holzgerüst meines Rucksacks tut mir weh, das Gewicht darin lässt Druckstellen auf meinem Rücken entstehen, auch durch die Polster hindurch. Wie sollte es das auch nicht, denn meine sich bewegende Rückenmuskulatur KANN ja gar nicht anders, als von dem starren Gerüst gedrückt zu werden. Dass mein Hals und mein Kopf und meine Schultern schon total schmerzen, ist klar. Selbst, wenn mein Trainer meint, das wäre die richtige Haltung für mich, so eingeschnürt benutze ich genau die falschen Muskeln, um dem Zug entgegen zu wirken. Sonst kann ich gar nicht laufen.

So geht es Pferden, die mit angenommenen Zügeln, normalen Sätteln und beliebig hinzugefügten Hilfsmitteln geritten werden. Nur haben sie noch einen meist schlecht trainierten Körper mit wenig Körpergefühl auf sich, der beliebig an ihnen herumzerrt und ihnen in den Rücken fällt. Oder einen, der genau weiß, was er tut und der sie geschickt und mit Kraft immer weiter treibt.

Eine andere Pferde“arbeit“ ist das Longieren: Hier wird das Pferd immer im Kreis geschickt und dabei an einer langen Leine gehalten. Meist wird es auch dabei zusammen geschnürt. Ich kenne kein Pferd, was das toll findet. Auch Pferden wird schwindelig, auch Pferde finden ewiges im Kreis laufen blöd. Vor Allem, wenn dabei eine schwere Leine an ihrem Kopf hängt. Auch das gymnastiziert nicht, es regt nur dazu an, das Gewicht der Leine und die ewige Kurve durch gegenhaltende Muskeln auszugleichen.

Wer jetzt ein schlechtes Gewissen bekommt und denkt: „Also mein Sattel ist angepasst, hat 8.000 € gekostet und passt wirklich gut, da waren schon 5 gute Sattler dran und die haben das alle gesagt.“, dem sei gesagt: 95 % der Sättel tun den Pferden weh. Ganz egal, wie teuer sie waren oder was der Sattler sagt.

Und auch das ist einfach zu sehen.

Ein Pferderücken sieht normalerweise so aus, wie unser Rücken. Er hat eine zwischen zwei Muskelsträngen eingebettete Wirbelsäule. Keine, die hervor steht. Er hat auch keine Kuhlen dort, wo der Sattel sonst liegt. Pferde kommen tatsächlich nicht mit diesem sichtbaren Sattelabdruck auf die Welt, den wir so gewöhnt sind, zu sehen. Ein Pferderücken hat eigentlich keine arthrophierten Muskeln hinter den Schultern. Nicht mal ansatzweise! Das hat der Sattel gemacht. Er hat die Muskeln sich rückbilden lassen durch ständigen Druck.

Wie sehr das weh tut und wo das hinführt, das kann man sich ausmalen. Fast alle Pferde, die geritten werden und die ich spreche, haben Rückenschmerzen. Manche mehr, manche weniger. Vielen verursachen die Rückenschmerzen auch weitere Beschwerden in den Beinen, dem Hals, dem Kopf.

Wie kommen wir bloß darauf, dass ein Tier einfach so mit einem Sechstel seines Gewichts belastet werden darf? Zu unserem Spaß. Ohne uns dabei bewusst zu machen, dass es davon vermutlich nicht gesünder wird.

Und so „gymnastizieren“ wir. Oder noch schlimmer: Lassen andere das Pferd gymnastizieren. Weil wir selbst ja nicht gut genug sind. Die anderen wissen noch besser, wie sie das Pferd dazu kriegen, sich kaputt zu bewegen. Sie werden dafür sogar bezahlt. Noch kein Pferd hat jemals in einem Tiergespräch zu mir gesagt: Ja, bitte lass den Bereiter mich 3 Mal die Woche gymnastizieren, er macht es so gut. Danach fühle ich mich gut trainiert.

Die Pferde sagen: Wenn jemand reitet, dann bitte du. Ich weiß, du hast mich lieb und ich möchte mit dir in Kontakt gehen und eine Einheit werden, wenn wir reiten. Ich spüre dich und deinen Körper, ich weiß was du denkst und fühlst beim Reiten. Ich spüre deinen Atem. Ich möchte mit dir raus gehen und frei galoppieren. Ich möchte die Landschaft sehen und einfach Spaß haben. Ich möchte dich tragen, weil ich dich liebe und es toll ist, wenn du mit mir zusammen bist. Ich möchte dir zeigen, wie es sich anfühlt, all meine Kraft zusammen zu nehmen und zu rennen. Du und ich, wir sind dann eins.

Das ist es, was Pferde sich wünschen. Und ganz ehrlich: Wir wünschen es uns auch! Alle Pferdemädchen haben früher schlucken müssen, als Fury im Fernsehen durch die Prärie angaloppiert kam, der Junge sich einfach so auf das völlig nackte Pferd schwang und sie frei dahin galoppierten. Wir wünschen uns alle, dass unser Pferd freudig zu uns gerannt kommt, wenn wir es rufen. Wir möchten ihm vertrauen und gelassen auf ihm durch den Wind getragen werden. Das ist der Grund, warum wir Pferde lieben. Sie können uns teilhaben lassen an grenzenloser Freiheit und Wildheit. Etwas, das den meisten Menschen längst verloren gegangen ist.

 

Nur wie geht das?

Es beginnt mit dem, was wir verlernt haben: Wahrnehmen. Zuhören. Hinsehen. Hinspüren. Was möchte dein Pferd dir sagen? Wie geht es ihm eigentlich?

Beginn damit, ihm ins Gesicht zu sehen. Und daran abzulesen, wie es heute drauf ist oder wie es auf dich reagiert und auf das, was du mit ihm tust. Lass es vor Allem frei sein. Geh mit ihm frei auf den Reitplatz und lass es einfach sein. Steh da und schau dir an, ob es Kontakt zu dir sucht und wie es dabei schaut. Oder ob es dich komplett ignoriert. Oder ob es nur versucht, heraus zu finden, was es nun schon wieder machen soll. Lass ihm den Raum, einfach mal bei dir sein zu dürfen.

Und lass es sich bewegen, wie es will! Pferde möchten sich bewegen, sie stehen für die Kraft der Bewegung. Pferdestärken! Nur eins gymnastiziert ein Pferd wirklich: Wenn es sich frei, wach und stolz bewegen kann. All seine Kraft zeigt und prustend oder lustig herumlaufen und herumspringen darf. Davon bekommt es Muskeln und dabei wird es auch all die Haltungen zeigen, in die wir sie so gern zwingen wollen. Es macht seinen Hals rund, es trägt sich, es benutzt die Hinterhand. Damit es sich dir so zeigt, möchte es aber spüren, dass du das sehen möchtest. Dass du es wahr nimmst. Ihm den Raum gibst, Pferd zu sein. Mit dir.

Achte auf seine Zeichen, wenn du etwas mit ihm machst. Möchte es überhaupt mitkommen? Hat es überhaupt Spaß daran? Gehen seine Ohren nach vorn und werden seine Augen groß?

Eine andere Basis, die dein Pferd von dir braucht, ist menschlicher Verstand, wenn es um seine Haltung geht (siehe auch: Blog Eintrag „Mindestbedingungen für Pferde“!). Ein Pferd möchte weder in Matschpaddocks versauern, noch möchte es über ¾ des Tages und der Nacht in einer Box stehen. Es möchte Freunde. Keine Zwangsinhaftiertengruppe auf zu kleinem Raum! Es möchte eine homogene Herde, welche auf genügend Platz steht, um sich auch mal aus dem Weg zu gehen. Mit regelmäßigem Zugang zum Futter. Ein gesundes Pferd möchte und braucht viel Heu und Gras. Es braucht Mineralfutter und Kraftfutter. Die meisten der Freizeitpferde sind unterfüttert. Haben Hungerbäuche, eckige Schultern, Rücken und Kruppen, kaum Muskulatur. Durch die hängenden Bäuche werden sie als zu dick eingestuft. Ein trauriger Fehler. Hungrige und unterversorgte Pferde neigen zu Aggressivität, Magengeschwüren, Koliken und so weiter.

Wir haben es also geschafft, unser Pferd ab und zu besser wahr zu nehmen und besser zu halten. Was nun, sollen wir die Sättel wegschmeißen und nur noch wild durchs Gelände rennen?

Nein, es gibt kein Konzept, welchem nun zu folgen ist. Was zu tun ist, hängt sehr von der Bindung zwischen Pferd und Mensch ab.

Manch einer möchte sofort den Sattel gegen ein steigbügelloses Pad eintauschen, welches den Rücken des Pferdes gut polstert, damit er entspannt und gelassen auf seinem Pferd sitzen kann, während es uns trägt. Mit durchhängendem Zügel. In der Bewegung sitzend, locker, während es läuft. Wie ein Indianer. Dieser Mensch hat vermutlich schon viel Vertrauen zu seinem Pferd und wahrscheinlich ist auch dieses Pferd schon offen für Abenteuer mit seinem Menschen.

Manche müssen erstmal ganz mit dem Reiten aufhören. Von ganz vorn anfangen, weil sich das Pferd gar nicht wirklich in der Lage fühlt, jemanden zu tragen. Oder weil es den Spaß daran schlichtweg nie kennen gelernt hat und nur das verkrampfte Reiten kennt. Sein Körper gar nicht mehr weiß, wie man sich als Pferd bewegt, frei und ungezwungen.

Andere müssen noch am Sattel festhalten, weil ihr Pferd bereits glücklicher ist, als andere Pferde. Auch mache Pferde sind noch nicht bereit, ihren Erfolg aufzugeben. Es gibt tatsächlich Pferde, welche gern im Sport gehen. Welche gern zeigen, wie toll sie das machen und welche nichts Besseres kennen, als zu gewinnen. Denen der Sattel gefühlt nichts ausmacht. Manche von ihnen erinnern mich an blutjunge Managertypen aus wichtigen Berufen. Sie brauchen das. Machen sich dabei vielleicht kaputt, aber das ist ihnen jetzt egal. Jetzt sind sie jung und süchtig danach. Solchen Menschen muss man erstmal deutlich machen, dass Urlaub schön sein kann. Dass sie Erholung brauchen. Sie denken, nur die Arbeit würde sie erfüllen. Nur das, was sie wirklich gut können. Auch manche Pferde denken, nur Springen würde Spaß machen. Weil sie schlichtweg nicht wissen, was sie verpassen und was Springereiten auf Dauer mit ihnen macht.

Jedes Mensch-Pferd Gespann hat seinen ganz eigenen Weg. Jeder hat sein Schicksal, welches er dem anderen mitbringt und es ihm aufdrückt, wenn man so eine intime Bindung eingeht, wie das Reiten. Auch unsere Pferde wissen, wie es uns geht. Auch unsere Pferde möchten unsere besten Freunde sein. Auch unsere Pferde wollen für uns da sein und uns zeigen, was wahre Freundschaft ist. Auch unsere Pferde freuen sich, uns zu sehen, begrüßen uns, laufen zu uns und gehen frei mit uns mit, wenn die Beziehung stimmt.

Es ist hoch an der Zeit, dass wir ihnen die Aufmerksamkeit und Liebe und vor Allem den Respekt zukommen lassen, die wir für unsere anderen Haustiere ganz selbstverständlich bereithalten.

Sprich mit deinem Pferd! Hör ihm zu. Hab keine Angst. Es verzeiht.

–> Selbst mit Pferden sprechen lernen

–> Pferdegespräche für dein Pferd und dich (Norddeutschland)

–> Tiergespräche weltweit

 

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Mouna, glücklich und entspannt.

 

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Milan, froh und gerührt (mit noch in den Augen sichtbarer Vergangenheit voller Schikane). Foto: Finja Sander.

 

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Mouna, gesunder Pferderücken (und skeptisches Gesicht). Foto: Finja Sander.

 

004 (6)
Wir

 

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7 Gedanken zu “Pferde reiten

  1. Wunderbare, ehrliche und anregende Worte. Ich hoffe sie werden von vielen Menschen gelesen und im Herzen bewegt …. ohne Abwehr nur damit das eigene Glaubenssystem aufrecht erhalten werden kann.

    Ich habe vor einiger Zeit den Entschluss gefasst meiner Stute größtmöglichen Freiraum zu lassen, sie wählen zu lassen, sie nicht mehr gegen ihren Willen zu reiten und damit ich ihren Willen erkenne, sie darin zu bestärken sich auszudrücken – auch mit dem was „Mensch“ nicht hören will (und dann in der Regel sanktioniert).
    Der Moment der Entscheidung hat sich auch nach „opfern des Gewohnheitsrechts“ angefühlt. Dann aber befreiend – nicht mehr mit einem latenten Schuldgefühl zum Pferd zu gehen. Der Weg ist nicht immer leicht, da die Macht der Gewohnheit so stark ist!

    Ich wünsche Mensch + Pferd, dass sich nach und nach eine neue Gewohnheit etabliert so wie von Catherin beschrieben.

    Ein toller Buchtipp: „Selbstbewusste Pferde“ von Imke Spilker, die gestern bei mir und meiner Stute war.

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  2. Ganz wunderbar geschrieben! Der Text hat mich sehr berührt und auch bestätigt. Trotzdem fällt mir auf, dass ich leider immernoch an einigen alten Mustern klebe und meinem Pony oft nicht genug zuhöre. Du hast mich also nochmal darin bestärkt, kritischer an mir selbst zu arbeiten und meinem Pony den größtmöglichen (Entscheidungs-)Freiraum zu geben. Danke dafür! Ich hoffe sehr, dass dieser Text viele viele Menschen erreicht und sie zum Umdenken bringt. Wirklich tolle Seite hast du hier! Ich habe bestimmt nicht das letzte mal deine Beiträge gelesen! 🙂

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  3. Toll! ich kann nur jedes einzelne Wort unterstreichen, und es bestärkt mich in meinem eigenen Gefühl und gibt mir die Motivation, im liebevollen, freundschaftlichen Umgang mit den Pferden noch besser zu werden, noch mehr mich einzufühlen. Vielen lieben Dank!

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  4. Das sind so tolle Worte. Mir kamen wirklich die Tränen.
    Meine Tochter hat seid einem halben Jahr eine 6 jährige Stute die im Galopp hin und wieder buckelt.
    Körperlich haben wir alles abklären lassen. Alles gut. Nun haben wir über eine TK Kontakt zu unserer Stute aufgenommen.
    Sie sagt sie ist noch nicht bei uns angekommen. Möchte uns noch etwas kennenlernen und meine Tochter soll sich das Reiten auf ihr noch verdienen. Mehr Zeit und Spaß und viele Gespräche.
    Seid 1 Woche arbeiten die beiden daran. Evtl mal kleiner Ritt mit Gurt auf dem Hof und gemeinsames Grasen und Gespräche stehen an erster Stelle….was nun der Großteil der anderen Einsteller überhaupt nicht verstehen können denn ein junges Pferd muss ordentlich bewegt und geritten werden.
    Dieser Beitrag hat mich sehr bestärkt bei dem was wir nun erstmal machen….vielen lieben Dank

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