Katzengespräche

Vor Kurzem schrieb ich einen Gastbeitrag für eine Webseite, die Kratzbäume verkauft und die viele Ratgeberartikel beherbergt. Ich erzählte darin von einigen Katzengesprächen, die mir lange in Erinnerung blieben:

http://kratzbaum-kaufen.info/katzengespraeche/

Eine Geschichte jedoch habe ich vergessen und die möchte ich heute aufschreiben:

Vor ein paar Jahren sprach ich mit einem Kater, dessen liebstes Hobby es war, nachts zu jammern. Er hielt damit seine Menschen wach, vor Allem den Mann, aber er war nicht davon abzubringen. Der Kater war im besten Alter, ein wunderschönes Tier, langhaarig. Voller Weisheit, Stolz und Männlichkeit. Als ich mit ihm sprach, fühlte ich mich es ein bisschen wie in einer Audienz. Neben dem Jammern war er auch unrein und pinkelte nicht in sein Katzenklo, sondern auf die Möbel und Teppiche der Menschen.

So wurde ich also beauftragt, mit dem Tier zu sprechen. Der Kater verneinte, als ich fragte, ob er gesundheitliche Probleme habe. Auch hatte er keine Probleme mit den anderen beiden Katzen des Haushalts. Seine Antwort war eine sehr liebevolle, welche mit dem Mann des Hauses zu tun hatte, dem der Kater sehr nahe stand. Er sagte, dass der Mann viel zu viel arbeiten würde. Dass er, wenn er da sei, nie wirklich da sei. Dass er im Kopf immer irgendwie arbeiten würde. Sich nie entspannen würde, nie durchatmen und den Moment Zuhause genießen würde. Der Kater sagte, dass der Mann auch Zuhause arbeiten würde. Aber dass es ihm schwer fallen würde, Arbeit und freie Zeit zu trennen. Er verriet mir, dass das auch für die Beziehung der Menschen nicht wirklich gut war. Und dass auch die Gesundheit des Mannes darunter litt. Er fand, der Mann sei ihm außerdem sehr ähnlich: Ein Cheftyp, der sehr weise und stolz sei, der viel wissen würde. Ein Macher, der viel auf die Beine stellte. Er als Kater hatte sich dem Mann verschrieben. Er wollte ihm helfen und ihn unterstützen. Ihn mit seiner mentalen Kraft versorgen, so dass der Mann gut leben konnte. Aber der Kater fand, dass der Mann durch seine Einstellung zur Arbeit zu weit gegangen war und sich keinen Gefallen mehr tat. Und so befand der Kater, dass es seine Pflicht sei, den Mann darauf aufmerksam zu machen. Und zwar nachts.

Auf meine Nachfrage, warum er diesen Weg wählte, ausgerechnet nachts, sagte der Kater, dass er dann sozusagen beklagen würde, dass der Mann sich nie wirklich entspannte. Auch nachts nicht, auch nachts kreisten seine Gedanken um die Arbeit, sogar im Schlaf. Tagsüber konnte der Kater dies noch tolerieren, immer in der Hoffnung, der Mann würde sich jetzt etwas anderem zuwenden. Aber nachts, da trat alles viel geballter auf. Dort wurde die mangelnde Entspannung des Mannes noch viel deutlicher. Man kam nicht zur Ruhe. Also jammerte der Kater, er litt mit seinem Menschen.

Die Lösung war es, dem Tier zu erklären, dass seine Hilfsversuche erstmal sehr gern gesehen werden. Dass es toll ist, wie sehr er sich einbringt. Dass seinem Menschen ganz sicher nun von mir mitgeteilt wird, dass es so nicht für ihn weitergehen kann. Dass es aber nahezu unerträglich für seine Menschen sei, wenn er weiterhin unsauber bliebe und den Schlaf so stören würde. Ich erklärte ihm, dass seine Botschaft angekommen war und dass er von nun an seine Unterstützung anders, aber genau so kraftvoll ausleben durfte: Als schmusiger, starker Kater an der Seite des Mannes und seiner Frau. Der sauber blieb und nachts schlief, so wie sie. Der darauf achtete und darüber wachte, dass der Mann auf sich aufpasste. Damit er gesund und glücklich blieb. Als Kater, der sich als stolzer Wächter des Hauses darum kümmert, dass es dort allen gut geht.

Dem Kater gefiel es ziemlich gut, was ich vorschlug. So gut, dass er sich direkt nach dem Tiergespräch fortan daran hielt. Er wurde sauber und ließ seine Menschen schlafen. Dem Mann waren die Worte seines Katers so wichtig, dass er sie ernst nahm. Er kümmerte sich um sich und änderte sein Arbeitsverhalten, so dass der Kater nie wieder in sein altes Verhalten zurück fallen musste. Bis er eines Tages friedlich in seinem Zuhause für immer einschlief.

Hier noch einmal der Link zu dem Gastartikel mit mehr Katzengeschichten:

http://kratzbaum-kaufen.info/katzengespraeche/

 

–> Tiergespräch mit eigenem Tier

–> Selbst mit Tieren sprechen lernen

IMG_9457

Altersweisheiten meines Hundes

Mein Hund Merlin ist nun schon 13 Jahre alt. Je älter er wird, umso besser weiß er, worauf es ankommt. Heute möchte er diese Weisheiten teilen, damit jeder sein Leben mehr genießen kann, jeden Tag. Ich tue ihm den Gefallen und schreibe sie hier auf.

Er lebt bei mir, seitdem er 4 ist. Er war durch mindestens fünf Hände gegangen, hatte Menschen gebissen und war nach einer Beißattacke eines anderen Hundes fast gestorben. Er war hyperaktiv, hatte brutale Erziehung erlebt und war mit einem Jahr irgendwo im Wald gefunden worden.

Es dauerte also ein wenig, bis er bei mir anfangen konnte, er selbst zu sein. Alles, was er sich zu Beginn unserer gemeinsamen Zeit von mir wünschte, war ein sicheres, ruhiges Zuhause ohne Erwartungen an ihn. Er brauchte Ruhe und Liebe. Ich auch. Wir waren vom ersten Moment an wie füreinander gemacht.

Eigentlich wollte ich mir 8 verschiedene Hunde ansehen, alles Tierschutzhunde. Ich wollte sie alle besuchen und mir am Ende den aussuchen, der am besten passte. Merlin war der erste Hund. Ich klingelte dort, wo er damals lebte, eine Pflegestelle mit vielen Hunden. Nichts passierte, ich wollte schon wieder gehen. Aber ich hörte Bellen, also entschied ich, um das Grundstück herum zu gehen. Ich sah ein großes Gehege und in dem Moment, als ich davor stand, bekam ich einen riesigen Schrecken: Ein schwarzes Monster mit gelben Augen und schneeweißen Zähnen keifte mich von drinnen an. Er flippte schier aus. Ich erstarrte. Sollte das etwa…? Nein.

Doch. Er war es. Als ich ihn drinnen treffen durfte, fiel es mir erstmal schwer, ihn überhaupt zu identifizieren, da er in Lichtgeschwindigkeit um mich herum wuselte. Als ich eine halbe Stunde später auf die Toilette ging, folgte er mir und saß direkt vor der Tür, bis ich wieder heraus kam. Als ich mich auf einen Sessel setzte, saß er sofort neben mir.

Die anderen 7 Hunde sah ich mir nicht mehr an.

Seitdem habe ich sehr viel mit Merlin erlebt. Wir hatten Zusammenstöße mit Katzen, Menschen, Fahrrädern, Wildschweinen, Hasen, Mäusen, LKWs und Bussen. Eben mit Allem, was man potentiell jagen und erlegen kann oder was uns gefährlich werden könnte. Besucher lernten das Fürchten in meinem Haus. In jedem, denn wir zogen oft um. Das war nie ein Problem für ihn. Dieser Hund war so wahnsinnig diskret und liebevoll mit mir. Er war immer sauber, hat niemals auch nur irgendetwas unerlaubt weg genommen oder zerstört. Er hat mich nie geweckt, er ist ein geduldiger Warter und ein sehr verlässlicher Wächter. Er ist mein bester Freund. Mein ständiger Begleiter. Wenn einer von uns mal seufzt oder tief atmet, tut der andere es ihm direkt nach. Er ist Tröster. Oh ja, der beste der Welt. Ich muss nur schniefen und schon trippelt er zu mir, springt auf das Sofa und schaut mich besorgt-bedrückt an: „Musst du weinen?“, um sich dann ganz dicht an mich dran zu kuscheln. Der arme Hund hat schon so manche Erkältung meinerseits in ständiger Sorge verbracht, wenn ich schnupfenbedingt schniefen musste… Und er hat auch schon meine beste Freundin getröstet, als sie es am dringendsten brauchte.

Merlin fand es von Anfang an nicht gut, an Pfoten und am Schweif angefasst zu werden. Und völlig unmöglich war es, ihn hoch zu heben oder irgendwie annähernd zu schieben oder zu ziehen. Da bekam er Panik. Er kam auch nicht auf den Schoß, das war ihm zu viel Risiko, aber als 21kg Hund ist das ja auch nicht gerade die Hundehauptaufgabe.

Nach ca. 2 Jahren bei mir sprang er das erste Mal über einen seiner Schatten. Ich hatte starken Liebeskummer und fühlte mich sehr allein, lebte damals im Nirgendwo, weit weg von Familie und Freunden. Ich saß auf meinem bequemen Stuhl und war traurig. Merlin kam an, nahm Maß und sprang. Direkt auf meinen Schoß. Dort machte er es sich in seiner umständlichen Art bequem und schlief mit seinem Kopf auf meiner Brust ein. Ich wagte es stundenlang nicht, mich zu bewegen, so berührt war ich von seiner Geste. Er tat dies jeden Tag ca. 2 Wochen lang, bis ich über den Berg war. Danach hörte er wieder auf.

Mit den Jahren wuchs sein Bedürfnis nach Nähe. Und mittlerweile ist er ein unglaublich witziger, penetranter Kuschelhund geworden, mit einem Hang zum ausgelassenen, verrückten Humor. Die Geräusche, die er macht, sind einfach bühnenreif. Auch möchte ich meinen, dass er ein wenig schrullig geworden ist und seine anfängliche Diskretion ist nun wirklich den Bach hinunter gegangen. Ich liebe es, ihn zu erleben, wie er älter wird und das hier ist es, was mich mein reifender Hund jetzt, nach all den Jahren, lehrt:

  1. Wenn man jemanden liebt, kuschelt man mit ihm. Immer, wenn es geht. Immer. Körperkontakt macht glücklich und gesund.
  2. Man kann sich dafür einfach auf die Person drauf fallen lassen oder man lässt sich neben ihr fallen (nachdem man 3 Runden um sich selbst getrampelt ist), um dann mit dem Hintern sich näher heran zu ruckeln.
  3. Auf das Gesicht legen ist auch ok. Das scheint gut zu tun, zumindest bekommen Menschen davon gute Laune und lachen.
  4. Man kann als mittelgroßer Hund durchaus auf Menschen herum trampeln, wenn es dem Kuschelzweck dient.
  5. Am besten liegt es sich im Deckenmeer direkt zwischen zwei Menschen. Doppelter Kuschelkontakt!
  6. Sich fallen lassen ist eine Tugend. Vorsichtiges Hinlegen ist etwas für Schüchterne. Es muss ordentlich rumsen auf dem Parkett und die Matratze muss wackeln, wenn man im Bett ist.
  7. Ja, im Bett! Wenn man sich liebt, schläft man zusammen!
  8. Wenn man mal aus dem Bett geschmissen wird, weil es zu eng wird oder man hecheln muss, läuft man beleidigt auf dem Parkett hin und her, bis man wieder eingeladen wird. Selbst, wenn man nicht eingeladen wird: Man geht dahin, wo man hin will. Ins Bett! So einen Rausschmiss akzeptiert man nur als junger, willensschwacher Hund.
  9. Wenn jemand eine Hand ausstreckt, muss man seinen Kopf hinein fallen lassen.
  10. Wenn man nachts doch zu weit weg liegt von den Liebsten, steht man auf, geht vorsichtig ganz nah an die Gesichter heran, schmatzt und schnauft, bis jemand einen in den Arm nimmt.
  11. Falls jemand im Raum zu angestrengt arbeitet, erschreckt man ihn durch mehrmaliges, plötzliches, geräuschvolles Aufspringen und seufzendes wieder Hinlegen. Das hilft.
  12. Besucherfüße haben unter dem Tisch still zu stehen, sonst werden sie gemaßregelt. Hauseigene Füße dürfen alles.
  13. Fürs Pupsen muss sich niemand schämen.
  14. Es ist ok, immer Hunger zu haben. Auch, wenn man jahrelang niemals Futter eingefordert hätte. Jetzt ist es in Ordnung, auch wenn man dick wird. Genuss ist wichtig.
  15. Es ist in Ordnung, zu bellen, wenn man Hunger hat. Auch, wenn man so etwas sich früher nie getraut hätte. Jetzt ist es lustig. Am lustigsten ist es, wenn der Mensch sich dabei erschreckt.
  16. Auch, wenn man manchmal nicht mehr so eine gute Balance hat und die Hinterbeine ab und zu mal schwach sind, kann man dennoch weiterhin in Lichtgeschwindigkeit agieren, wenn angebracht. Zum Beispiel im Maisfeld. 10 Minuten lang.
  17. Es macht Sinn, ab und zu schon mal auf schwerhörig zu machen. Zum Beispiel im Maisfeld.
  18. Wenn der Mensch seinen Groll nicht aussprechen kann, dann sollte man es für ihn tun. Am liebsten während der Autofahrt. Das befreit! Am besten sind Bellkonzerte, wenn Mensch mit einstimmt. Man darf seine Gefühle nicht verstecken, das ist ungesund.
  19. Silvester ist doch nicht so schlimm. Am besten verbringt man es auf einem Menschenschoß, da muss man nicht mal bellen oder sich aufregen.
  20. Anstatt zu lesen, sollte man mehr kuscheln. Jetzt. Wann gehen wir endlich ins Bett? Ich geh schon mal vor. Und lege mich genau dort auf das Laken, wo meine Decke NICHT liegt. Oder auf das Kopfkissen.

Ich denke, er hat Recht. Danke, Merlin. Gute Nacht. 🙂

–> Selbst mit Tieren sprechen lernen

–> Mit dem eigenen Tier sprechen lassen

 

neujahr
Merlin und ich an Silvester 2015-2016
11-09-09_2249
2009, Premiere.
youngdog
Zu Beginn unserer Zeit.

Pferde reiten

Für uns Menschen ist es selbstverständlich: Wir reiten Pferde. Wir haben Pferde, um sie zu reiten. Nicht, um sie lieb zu haben, über sie zu lachen, mit ihnen zu kuscheln, als beste Freunde. So wie wir unsere Hunde und Katzen sehen.

Pferde sehen wir oft als gefährliche, starke, unberechenbare Tiere, die es zu kontrollieren gilt. Die Leistung zeigen und arbeiten müssen. „Arbeit“ heißt es, wenn man sein Pferd reitet. Oder irgendetwas mit ihm tut. Pferde werden zusammengeschnürt mit Leder, Holz und Stahl, um sie in die „richtige“ Form zu pressen und zu ziehen. Sie müssen im Kreis laufen und dabei hübsche Bewegungen machen. Oder über Hindernisse springen. Oder querfeldein rennen wie auf der Flucht. Oder im großen Kreis rennen, um Erster zu werden.

Würden wir unseren anderen Tieren so etwas jemals zumuten? Wieso tun wir es dann bei unseren Pferden? Was haben sie verbrochen, dass wir unsere verborgenen Machtgelüste an ihnen ausleben, als seien sie unsere Sklaven?

Ich kann es nur ahnen: Sie stehen für alles, was wir gern wären. Schön, stark, schnell, kraftvoll. Energiegeladen, sozial, hochsensibel, ausgelassen, emotional. Frei.

Wir möchten so sein, wie sie. Doch was wir tun, ist sie auf unser Niveau herunter zu schinden, anstatt von ihnen zu lernen, so zu werden, wie sie. Weil wir nicht wissen, wie das geht. Weil wir Angst haben, ihnen zuzuhören und zu verstehen, dass sie unsere Lehrer sind.

Rennpferde sind blutjung. Wenn sie erwachsen werden, sind sie meistens kaputt. Dann werden sie überflüssig und den Großteil von ihnen bringt man zum Schlachter. Springpferde halten in der Regel etwas länger durch, haben dann aber oft kaputte Gelenke und Rücken. Dressurpferde haben meist kaputte Hälse, Genicke, Rücken, Kiefer und Beine. Westernpferde stumpfen oftmals komplett ab und bekommen steife Rücken und Gelenke.

Pferde, die den Ehrgeiz ihres Menschen ausleben müssen, die im Sport gehen, sind meist solche, die es ihrem Menschen sehr gern recht machen möchten. Die alles geben, um anerkannt zu werden. Die sich darüber definieren, wie stolz ihr Mensch auf sie ist. Dass die allermeisten dabei auf Dauer kaputt gehen und seelisch verkümmern, ist den Menschen meist nicht bewusst. Sie sehen nur den Erfolg, die Leistung, das Pferd als Gerät. Dabei fühlen Pferde genau wie wir. Auch sie gehen daran kaputt, es Anderen immer Recht machen zu müssen. Auch sie haben Minderwertigkeitsgefühle, wenn sie es mal nicht schaffen oder einfach ausgetauscht werden, wenn sie es nicht mehr können. Das Schlimmste aber ist: Das Pferd hat keine Wahl.

Es hat nie die Wahl, mit wem es sich umgeben möchte. Nicht, wer zu seinen Freunden oder zur Familie gehören soll. Es darf nicht aussuchen, was es isst, wann es isst und wie viel es isst. Es kann sich nicht dorthin bewegen, wo es hin möchte. Es darf nicht einmal zeigen, wie es etwas findet, wenn der Mensch mit ihm „arbeitet“. Es hat zu tun, was man ihm befiehlt, mittels körperlicher Züchtigung.

Menschen, die schon lange mit Pferden zu tun haben, sind meistens Experten darin, ein Pferd zu verkennen. Nicht mehr wahr zu nehmen, wie es ihm geht. Was ihm eigentlich Spaß macht und ob es heute überhaupt geritten werden will. Ob ihm der Rücken weh tut oder das Bein. Ob es glücklich ist in der Herde, dem Stall, mit einem selbst. Dabei ist es so einfach. Ein Pferdegesicht spricht Bände. So wie das eines Hundes oder eines Menschen. Viele Pferdelaien können besser sehen, ob ein Pferd traurig guckt oder ob es glücklich ist. Ein glückliches Pferd hat große Augen, ein entspanntes Maul, fast ein Lächeln auf den Lippen. Es schaut wach und klar und stolz. Ein trauriges Pferd schaut in sich gekehrt, schmerzverzerrt, die Augen sind kleiner, das Gesicht faltiger. Es ist wirklich so einfach zu sehen, wie es klingt.
Leider sind die meisten von uns es gewohnt, in traurige Pferdegesichter zu schauen. Weil es kaum andere gibt. Glückliche Pferde sind äußerst selten. Nicht nur unter den Sportreitern.

Die Freizeitreiter wollen meist das Beste für ihr Pferd. Und tun das, was sie gelernt haben oder was ihnen andere, oberschlaue Pferdemenschen diktieren. Auch hier muss der Großteil der Pferde im Kreis laufen, wird eingeschnürt und benutzt. Auch hier ist es oft traurig und geht kaputt. Manchmal wird es sogar noch schlimmer behandelt, als im Sport, weil es schlechter gefüttert oder gehalten wird.

Wir Freizeitreiter haben gelernt, dass man Pferde gymnastizieren muss. Ja, ganz genau. Gymnastizieren! Wie einen Kranken, der Reha braucht. Wir müssen sie angeblich reiten, damit sie die richtigen Muskeln bei behalten. Damit sie gesund bleiben.

Ich spreche seit 7 Jahren mit Pferden. Ich habe hunderte Pferde gesprochen. Mindestens 95% dieser Pferde war nicht der Meinung, beim Reiten „gymnastiziert“ zu werden. Im Gegenteil. Die allermeisten haben dabei Schmerzen und benutzen genau die falschen Muskeln. Hierbei gibt es auch keinen Unterschied zwischen Sport und Freizeit.

Man stelle sich das mal so vor. Ich möchte joggen gehen. Mein Trainer meint, dass ich dabei aber meine Schultern weiter zurück machen müsste. Also setzt er mir ein Ledergeschirr auf, welches meinen Kopf und meinen Hals in die richtige Form ziehen wird, während ich laufe. Es verhindert sogar, dass ich mich frei bewegen kann, so wie ich es tun würde. Gleichzeitig schnallt er mir einen Rucksack auf mit ca. 10kg Gewichten darin. Der Rucksack hat ein Holzgerüst, welches „angepasst“ wurde an meine Rückenform, wenn ich stehe. Ich laufe los. Schon nach ca. 10 Minuten spüre ich deutlich: Das Holzgerüst meines Rucksacks tut mir weh, das Gewicht darin lässt Druckstellen auf meinem Rücken entstehen, auch durch die Polster hindurch. Wie sollte es das auch nicht, denn meine sich bewegende Rückenmuskulatur KANN ja gar nicht anders, als von dem starren Gerüst gedrückt zu werden. Dass mein Hals und mein Kopf und meine Schultern schon total schmerzen, ist klar. Selbst, wenn mein Trainer meint, das wäre die richtige Haltung für mich, so eingeschnürt benutze ich genau die falschen Muskeln, um dem Zug entgegen zu wirken. Sonst kann ich gar nicht laufen.

So geht es Pferden, die mit angenommenen Zügeln, normalen Sätteln und beliebig hinzugefügten Hilfsmitteln geritten werden. Nur haben sie noch einen meist schlecht trainierten Körper mit wenig Körpergefühl auf sich, der beliebig an ihnen herumzerrt und ihnen in den Rücken fällt. Oder einen, der genau weiß, was er tut und der sie geschickt und mit Kraft immer weiter treibt.

Eine andere Pferde“arbeit“ ist das Longieren: Hier wird das Pferd immer im Kreis geschickt und dabei an einer langen Leine gehalten. Meist wird es auch dabei zusammen geschnürt. Ich kenne kein Pferd, was das toll findet. Auch Pferden wird schwindelig, auch Pferde finden ewiges im Kreis laufen blöd. Vor Allem, wenn dabei eine schwere Leine an ihrem Kopf hängt. Auch das gymnastiziert nicht, es regt nur dazu an, das Gewicht der Leine und die ewige Kurve durch gegenhaltende Muskeln auszugleichen.

Wer jetzt ein schlechtes Gewissen bekommt und denkt: „Also mein Sattel ist angepasst, hat 8.000 € gekostet und passt wirklich gut, da waren schon 5 gute Sattler dran und die haben das alle gesagt.“, dem sei gesagt: 95 % der Sättel tun den Pferden weh. Ganz egal, wie teuer sie waren oder was der Sattler sagt.

Und auch das ist einfach zu sehen.

Ein Pferderücken sieht normalerweise so aus, wie unser Rücken. Er hat eine zwischen zwei Muskelsträngen eingebettete Wirbelsäule. Keine, die hervor steht. Er hat auch keine Kuhlen dort, wo der Sattel sonst liegt. Pferde kommen tatsächlich nicht mit diesem sichtbaren Sattelabdruck auf die Welt, den wir so gewöhnt sind, zu sehen. Ein Pferderücken hat eigentlich keine arthrophierten Muskeln hinter den Schultern. Nicht mal ansatzweise! Das hat der Sattel gemacht. Er hat die Muskeln sich rückbilden lassen durch ständigen Druck.

Wie sehr das weh tut und wo das hinführt, das kann man sich ausmalen. Fast alle Pferde, die geritten werden und die ich spreche, haben Rückenschmerzen. Manche mehr, manche weniger. Vielen verursachen die Rückenschmerzen auch weitere Beschwerden in den Beinen, dem Hals, dem Kopf.

Wie kommen wir bloß darauf, dass ein Tier einfach so mit einem Sechstel seines Gewichts belastet werden darf? Zu unserem Spaß. Ohne uns dabei bewusst zu machen, dass es davon vermutlich nicht gesünder wird.

Und so „gymnastizieren“ wir. Oder noch schlimmer: Lassen andere das Pferd gymnastizieren. Weil wir selbst ja nicht gut genug sind. Die anderen wissen noch besser, wie sie das Pferd dazu kriegen, sich kaputt zu bewegen. Sie werden dafür sogar bezahlt. Noch kein Pferd hat jemals in einem Tiergespräch zu mir gesagt: Ja, bitte lass den Bereiter mich 3 Mal die Woche gymnastizieren, er macht es so gut. Danach fühle ich mich gut trainiert.

Die Pferde sagen: Wenn jemand reitet, dann bitte du. Ich weiß, du hast mich lieb und ich möchte mit dir in Kontakt gehen und eine Einheit werden, wenn wir reiten. Ich spüre dich und deinen Körper, ich weiß was du denkst und fühlst beim Reiten. Ich spüre deinen Atem. Ich möchte mit dir raus gehen und frei galoppieren. Ich möchte die Landschaft sehen und einfach Spaß haben. Ich möchte dich tragen, weil ich dich liebe und es toll ist, wenn du mit mir zusammen bist. Ich möchte dir zeigen, wie es sich anfühlt, all meine Kraft zusammen zu nehmen und zu rennen. Du und ich, wir sind dann eins.

Das ist es, was Pferde sich wünschen. Und ganz ehrlich: Wir wünschen es uns auch! Alle Pferdemädchen haben früher schlucken müssen, als Fury im Fernsehen durch die Prärie angaloppiert kam, der Junge sich einfach so auf das völlig nackte Pferd schwang und sie frei dahin galoppierten. Wir wünschen uns alle, dass unser Pferd freudig zu uns gerannt kommt, wenn wir es rufen. Wir möchten ihm vertrauen und gelassen auf ihm durch den Wind getragen werden. Das ist der Grund, warum wir Pferde lieben. Sie können uns teilhaben lassen an grenzenloser Freiheit und Wildheit. Etwas, das den meisten Menschen längst verloren gegangen ist.

 

Nur wie geht das?

Es beginnt mit dem, was wir verlernt haben: Wahrnehmen. Zuhören. Hinsehen. Hinspüren. Was möchte dein Pferd dir sagen? Wie geht es ihm eigentlich?

Beginn damit, ihm ins Gesicht zu sehen. Und daran abzulesen, wie es heute drauf ist oder wie es auf dich reagiert und auf das, was du mit ihm tust. Lass es vor Allem frei sein. Geh mit ihm frei auf den Reitplatz und lass es einfach sein. Steh da und schau dir an, ob es Kontakt zu dir sucht und wie es dabei schaut. Oder ob es dich komplett ignoriert. Oder ob es nur versucht, heraus zu finden, was es nun schon wieder machen soll. Lass ihm den Raum, einfach mal bei dir sein zu dürfen.

Und lass es sich bewegen, wie es will! Pferde möchten sich bewegen, sie stehen für die Kraft der Bewegung. Pferdestärken! Nur eins gymnastiziert ein Pferd wirklich: Wenn es sich frei, wach und stolz bewegen kann. All seine Kraft zeigt und prustend oder lustig herumlaufen und herumspringen darf. Davon bekommt es Muskeln und dabei wird es auch all die Haltungen zeigen, in die wir sie so gern zwingen wollen. Es macht seinen Hals rund, es trägt sich, es benutzt die Hinterhand. Damit es sich dir so zeigt, möchte es aber spüren, dass du das sehen möchtest. Dass du es wahr nimmst. Ihm den Raum gibst, Pferd zu sein. Mit dir.

Achte auf seine Zeichen, wenn du etwas mit ihm machst. Möchte es überhaupt mitkommen? Hat es überhaupt Spaß daran? Gehen seine Ohren nach vorn und werden seine Augen groß?

Eine andere Basis, die dein Pferd von dir braucht, ist menschlicher Verstand, wenn es um seine Haltung geht (siehe auch: Blog Eintrag „Mindestbedingungen für Pferde“!). Ein Pferd möchte weder in Matschpaddocks versauern, noch möchte es über ¾ des Tages und der Nacht in einer Box stehen. Es möchte Freunde. Keine Zwangsinhaftiertengruppe auf zu kleinem Raum! Es möchte eine homogene Herde, welche auf genügend Platz steht, um sich auch mal aus dem Weg zu gehen. Mit regelmäßigem Zugang zum Futter. Ein gesundes Pferd möchte und braucht viel Heu und Gras. Es braucht Mineralfutter und Kraftfutter. Die meisten der Freizeitpferde sind unterfüttert. Haben Hungerbäuche, eckige Schultern, Rücken und Kruppen, kaum Muskulatur. Durch die hängenden Bäuche werden sie als zu dick eingestuft. Ein trauriger Fehler. Hungrige und unterversorgte Pferde neigen zu Aggressivität, Magengeschwüren, Koliken und so weiter.

Wir haben es also geschafft, unser Pferd ab und zu besser wahr zu nehmen und besser zu halten. Was nun, sollen wir die Sättel wegschmeißen und nur noch wild durchs Gelände rennen?

Nein, es gibt kein Konzept, welchem nun zu folgen ist. Was zu tun ist, hängt sehr von der Bindung zwischen Pferd und Mensch ab.

Manch einer möchte sofort den Sattel gegen ein steigbügelloses Pad eintauschen, welches den Rücken des Pferdes gut polstert, damit er entspannt und gelassen auf seinem Pferd sitzen kann, während es uns trägt. Mit durchhängendem Zügel. In der Bewegung sitzend, locker, während es läuft. Wie ein Indianer. Dieser Mensch hat vermutlich schon viel Vertrauen zu seinem Pferd und wahrscheinlich ist auch dieses Pferd schon offen für Abenteuer mit seinem Menschen.

Manche müssen erstmal ganz mit dem Reiten aufhören. Von ganz vorn anfangen, weil sich das Pferd gar nicht wirklich in der Lage fühlt, jemanden zu tragen. Oder weil es den Spaß daran schlichtweg nie kennen gelernt hat und nur das verkrampfte Reiten kennt. Sein Körper gar nicht mehr weiß, wie man sich als Pferd bewegt, frei und ungezwungen.

Andere müssen noch am Sattel festhalten, weil ihr Pferd bereits glücklicher ist, als andere Pferde. Auch mache Pferde sind noch nicht bereit, ihren Erfolg aufzugeben. Es gibt tatsächlich Pferde, welche gern im Sport gehen. Welche gern zeigen, wie toll sie das machen und welche nichts Besseres kennen, als zu gewinnen. Denen der Sattel gefühlt nichts ausmacht. Manche von ihnen erinnern mich an blutjunge Managertypen aus wichtigen Berufen. Sie brauchen das. Machen sich dabei vielleicht kaputt, aber das ist ihnen jetzt egal. Jetzt sind sie jung und süchtig danach. Solchen Menschen muss man erstmal deutlich machen, dass Urlaub schön sein kann. Dass sie Erholung brauchen. Sie denken, nur die Arbeit würde sie erfüllen. Nur das, was sie wirklich gut können. Auch manche Pferde denken, nur Springen würde Spaß machen. Weil sie schlichtweg nicht wissen, was sie verpassen und was Springereiten auf Dauer mit ihnen macht.

Jedes Mensch-Pferd Gespann hat seinen ganz eigenen Weg. Jeder hat sein Schicksal, welches er dem anderen mitbringt und es ihm aufdrückt, wenn man so eine intime Bindung eingeht, wie das Reiten. Auch unsere Pferde wissen, wie es uns geht. Auch unsere Pferde möchten unsere besten Freunde sein. Auch unsere Pferde wollen für uns da sein und uns zeigen, was wahre Freundschaft ist. Auch unsere Pferde freuen sich, uns zu sehen, begrüßen uns, laufen zu uns und gehen frei mit uns mit, wenn die Beziehung stimmt.

Es ist hoch an der Zeit, dass wir ihnen die Aufmerksamkeit und Liebe und vor Allem den Respekt zukommen lassen, die wir für unsere anderen Haustiere ganz selbstverständlich bereithalten.

Sprich mit deinem Pferd! Hör ihm zu. Hab keine Angst. Es verzeiht.

–> Selbst mit Pferden sprechen lernen

–> Pferdegespräche für dein Pferd und dich (Norddeutschland)

–> Tiergespräche weltweit

 

Foto-0095.jpg
Mouna, glücklich und entspannt.

 

tierkommunikation_milan
Milan, froh und gerührt (mit noch in den Augen sichtbarer Vergangenheit voller Schikane).

 

tierkommunikation_pferderücken
Mouna, gesunder Pferderücken (und skeptisches Gesicht).

 

004 (6)
Wir

 

Was ist das, Tierkommunikation?

Der Begriff „Tierkommunikation“ leitet vielleicht erst einmal in die Irre. Er ist nicht als Überbegriff für jegliche Formen der Kommunikation zwischen Mensch und Tier zu verstehen, sondern gebraucht sich ausschließlich für die Bezeichnung eines Gedankenaustausches, also Telepathie.

Für rational denkende Menschen ist es oft schwer zu akzeptieren, dass der nonverbale Austausch zwischen Seelen möglich ist. Sie suchen nach Erklärungen oder Gegenbeweisen. Sie haben Angst, etwas für unsere westliche Gesellschaft so schwer Fassbares zu glauben und nachher zu bemerken, dass sie auf etwas hereingefallen sind, was zu schön war, um wahr zu sein. Menschen, die spirituell aufgeschlossen sind, kennen solche Kontakte oft schon aus der Menschenwelt: man nennt das „Channeln“, ein Medium stellt den Kontakt zwischen zwei Seelen und deren Bewusstsein her.

Für weniger spirituell denkende Menschen ziehe ich gern den Gedanken hinzu, dass wir uns früher so etwas wie das Internet oder Handytelefonie einfach nicht vorstellen konnten. So ähnlich ist es mit Telepathie. Es funktioniert, auch wenn ich es nicht zufriedenstellend erklären kann.

Wenn Menschen sich dazu entscheiden, ihre Tiere sprechen zu lassen, dann sind sie anfangs sehr erstaunt und überwältigt davon, wie groß das Bewusstsein ihres Tieres ist. Was ein Haustier alles weiß, fühlt und denkt, ist oft schwer fassbar und anfangs ein kleiner, schöner Schock. Man wusste es eigentlich vorher, aber es so direkt gesagt zu bekommen, das muss man als Herrchen oder Frauchen erstmal verdauen können. In meiner Arbeit als Tierkommunikatorin passiert es mir oft, dass die Menschen weinen, wenn sie den ersten Kontakt zu ihrem Tier spüren. Wenn ich erzähle, was das Tier denkt und fühlt, was es sagen möchte, was es schon erlebt hat. Anfangs sind sie skeptisch und schüchtern und möchten wissen, was das Tier gern frisst, dann bekommen sie schnell das sichere Gefühl, dass der Kontakt tatsächlich da ist. Manchmal gibt es einen Beweis, der ihnen als Tierhalter sagt, dass ich das nicht wissen konnte. Manchmal stellt sich einfach dieses berührende, sichere Gefühl des Kontaktes zwischen Tier, Mensch und mir als Außenstehende ein. Das ist der Moment, der mir immer wieder bestätigt, wie richtig es für mich ist, als Tierkommunikatorin zu arbeiten.

Ich bin eine sehr bodenständige Person, die anfangs skeptisch war. Seitdem ich meinen Hund das erste Mal mit einer Tierkommunikatorin sprechen ließ, hat sich mein Leben grundlegend verändert. Es ist schön, zu lernen, dass nicht alles greifbar und erklärbar ist und doch da ist, immer da war. Ich bilde mich ständig fort und bin auf der Suche nach Theorien und Erklärungsansätzen für das Phänomen der Telepathie, für dieses unendliche Bewusstsein, was jeder von uns in sich trägt, jedoch ohne dafür eine biologische Grundlage zu haben. Dass das Gehirn unsere Gedanken und Gefühle nicht trägt, ist medizinisch belegt. Die Forschung sieht sich einem großen Fragezeichen gegenüber, wenn es um den biologischen Ursprung des Bewusstseins, des Geistes, der Seele in einem geht. Unser Körper mit seinen Sinnen ist nur ein Werkzeug. Irgendwie wissen wir das alle, trotzdem ist es so schwer, das zu glauben, denn woher kommt das Ich und wohin geht es?

Als Tierkommunikatorin kann ich nur aus meinen Erfahrungen sprechen, wenn ich erklären möchte, wie genau der Kontakt zu Tieren, die ich nicht einmal gesehen haben muss, sogar auf Distanz funktioniert. Als bodenständige Person war es das erste Mal in meinem Leben, dass ich mich auf etwas einließ, was nicht Hand und Fuß hat. Den absoluten, öffentlichen Beweis kann niemand auf Kommando erzwingen, dafür ist eine telepathische Verbindung zu fragil. Sie funktioniert tatsächlich nur, wenn man mit guter Intention und einem Klärungswillen an das Gespräch herantritt. Möchte ich durch äußeren Druck Beweise sammeln, bricht der Kontakt sofort ab. Sind aber alle Teilnehmer offen und gesprächsbereit, zeigen sich die persönlichen Beweise wie von selbst. Zum Beispiel erfühle ich Symptome im Tierkörper, die zu einer Krankheit gehören oder ich sehe, wie der Tierfreund aussieht oder das Tier verrät mir sonstige Details, die außer dem Halter niemand hätte wissen können.

Wie geht es also?

Einfach. Es ist vor Allem das: einfach. All das, was die Tierkommunikation erschwert, sind eigene Blockaden: Zweifel, Ängste, Unsicherheit. „Was, wenn ich mir das nur einbilde?“ denkt man sich anfangs. Dagegen hilft nur eins: offen bleiben, Ruhe bewahren, üben. Erfolgserlebnisse sammeln, Feedbacks einholen, zum Beispiel in Tierkommunikation Basiskursen. Wenn man das Gefühl für den Kontakt kennen gelernt hat, dann geht es ab dort mit purer Übung weiter. Wie gut jemand wird, hängt nur ein bisschen mit dem Talent, viel mehr mit dem Willen zum Lernen zusammen. Es ist nicht etwa so, dass man dafür eine Gabe haben muss. Ich konnte es lernen, Sie können es lernen! Der Sinn dafür ist in uns allen und wartet nur darauf, wiedererweckt zu werden.

Um in den Kontakt zu treten, braucht es nicht viel. Man begibt sich in einen möglichst ruhigen Zustand, erdet sich gedanklich und stellt sich das Tier vor oder wartet, bis es vor dem inneren Auge auftaucht. Ist es da, spricht man es gedanklich an. So, wie man auch mit einem Menschen sprechen würde. Natürlich können Tiere kein Deutsch, aber zwischen uns gibt es eine Übersetzung, die mich die Gedanken des Tieres in Deutsch verstehen lässt, weil mein Gehirn nun mal in dieser verbalen Sprache zu denken gelernt hat. Meine Gedanken werden dem Tier genauso übermittelt.

Das Gespräch an sich verläuft ähnlich wie ein Tagtraum oder wie eine Geschichte, die sich im Kopf abspielt. Es ist anfangs nicht leicht, die eigenen Gedanken von den tatsächlichen Botschaften des Tieres zu unterscheiden. Je leichter man sich gedanklich abschalten kann, desto einfacher geht es. Tierkommunikation ist Übungssache! Je fremder das Übungstier ist, umso einfacher wird anfangs der Kontakt, weil man Ableitungen oder bereits vorhandenes Wissen über das Tier nicht ungewollt mit einbringen kann. Mit einem ausführlichen Feedback über diese Übungsgespräche merkt man bald, wie man tatsächlich Botschaften bekommen hat.

Tiergespräche können wunderbar zur Klärung beitragen, wenn es Mensch-Tier Probleme gibt. Typische Gründe, warum Menschen sich an mich wenden, sind: Ängstliche, traumatisierte Tiere. Kranke Tiere, für deren Krankheiten es keine Diagnosen gibt. Verhaltensauffällige Tiere. Unreitbare Pferde, beißende Hunde, einnässende Katzen. Generell gilt: Ein Gespräch bleibt ein Gespräch. Es kann wahre Wunder wirken oder Worte bleiben ungehört. Wie zwischen Menschen auch, hängt der Gesprächserfolg immer davon ab, wie kooperationsbereit die Parteien sind und wie viel Verständnis sie füreinander aufbringen.

Um ein Beispiel für Verständnis zu beschreiben, fällt mir gern die Katze ein, deren Menschen gern wissen wollten, warum sie so viel bei den Nachbarn unten im Haus ist und denen sogar Mäuse hinlegt. Ihnen würde sie nie Mäuse bringen und das sei doch schließlich ein Liebesbeweis.

Ich habe sie gefragt und als Antwort kam deutlich:

„Ich selbst finde Mäuse fangen als Liebesbeweis eigentlich überflüssig. Aber die Nachbarn von unten sind sehr traurig und ich weiß, dass ihnen tote Mäuse vor der Tür gerade gut tun! Sie tun mir sehr leid.“

Die Menschen waren erstaunt: Die Nachbarn hatten gerade ihre geliebte Katze verloren, die ihnen immer Mäuse als Liebesbeweis brachte.

Auch ein Hund ist ein schönes Beispiel hierfür gewesen: Seine Besitzerin kontaktierte mich, weil ihr Hund immer sehr besorgt wirkte und sie manchmal lang anschaute. Er suchte vermehrt Körperkontakt und wich ihr nicht von der Seite.

Ich sprach ihn an und seine Nachricht war: „Bitte sag ihr, sie soll sich Hilfe suchen! Es geht ihr sehr schlecht, sie ist unsagbar traurig und deprimiert. Ich kann es kaum aushalten, die Verantwortung darüber zu tragen, dass sie glücklich ist. Sie muss jemanden haben, der sich um sie kümmert. Ich schaffe das nicht mehr allein. Ich mache mir große Sorgen um sie!“

Und die Frau sagte mir dazu: ja, sie sei sehr traurig. Im letzten halben Jahr wären ihre Mutter und ihr Mann verstorben. Sie wusste kaum, wie sie diese Zeit überstehen sollte und habe sich sehr viel bei ihrem Hund ausgeweint. Ihn in den Arm geschlossen und geweint. Sie konnte es kaum fassen, dass ihr Hund sich tatsächlich so um sie sorgte und es so genau verstanden hatte, wie es ihr geht.

Für mich sind solche Beispiele heute nicht mehr erstaunlich. Ich sehe Tiere in einem anderen Licht. Man mag uns Tierkommunikatoren Vermenschlichung vorwerfen – aber ich frage dann gern: was ist menschlich? Wie kommen wir dazu, anzunehmen, nur wir würden so denken und fühlen können? Wissenschaftliche Studien sollen mich überzeugen, die morgen als überholt angesehen werden?

Ich habe mit Tausenden von Tieren gesprochen und weiß, dass unser menschlicher Starrsinn manchmal nur zum lachen ist. Und freue mich, dass ich helfen kann, das Leben mit uns Menschen für Tiere etwas erträglicher zu machen.

–> Selbst mit Tieren sprechen lernen

–> Tiergespräch für das eigene Tier

IMG_1338

Kundenstimme (Pferd macht Faxen)

Von Anette mit Pferd Rossini.

„Liebe Frau Seib,

lassen Sie sich ganz fest umarmt sein von mir. Ich danke Ihnen nochmals ganz herzlich für Ihre Hilfe!!!
2 Tage nach Ihrem Gespräch mit Rossini war ich bei ihm. Er war mir so nah wie schon lange nicht mehr. Ich habe mich bei ihm bedankt, dass er mit Ihnen gesprochen hat. Dann bin ich mit ihm von der Herde in den Stall zum Putzen. Da war er so entspannt.
Ich erzählte einer Bekannten, die auch dort war, von einem Pferd aus unserem Stall, der immer die Zunge zusammenfaltet und seitlich raushängen lässt; und dass dies so lustig ausschaut. Kurz darauf war ich mit ihm auf einer Wiese, als er sich zu mir umdreht und seine Zunge genauso verdreht wie das andere beschriebene Pferd und mich (fast belustigt) anschaut. Das war ein irres Erlebnis. Einfach unglaublich!!!
Ich sagte ihm, dass ich ihn in 2 Tagen abhole und habe ihm alles beschrieben, wie im Stall dann alles sein wird. Die ersten 2 Tage war er in der Box doch noch etwas unruhig, hat sich aber, nachdem er gemerkt hat, dass seine Tage strukturiert mit fast ganztägigem Koppelgang ablaufen, schnell beruhigt. Er ist so lieb und entspannt, fröhlich und verschmust. Ich bin so glücklich…“

–> Tiergespräch mit eigenem Tier

–> Selbst mit Tieren sprechen lernen

–> Weitere Kundenstimmen

Immer diese Fische

In den über hundert Kursen, die ich im Laufe meiner Arbeit als Tierkommunikatoin gegeben habe, hatten erst 2 Teilnehmer Fotos ihrer Fische dabei, damit wir mit ihnen sprechen. Beide Male gab es kuriose Erlebnisse:

– Vor ca. 5 Jahren hatte eine Kursteilnehmerin Fotos von 2 Karpfen aus dem Gartenteich dabei. Einem größeren und einem kleineren. Die Tiere waren da bereits an die 20 Jahre alt. Alle sprachen mit dem größeren, eine Frau fragte nach seinem Namen und genierte sich sehr, als sie den dann preisgab: „Fridolin!“. Alle lachten. Die Besitzerin des Fisches sagte: „Das stimmt. Früher wohnten meine Eltern in diesem Haus, das ist 7 Jahre her. Mein Vater nannte den großen Fisch immer Fridolin.“

– Vor ein paar Wochen hatte ein Kursteilnehmer ein Foto seines Aquariumwelses im Tierkommunikation Basiskurs dabei. Zur Einstimmung erzählte ich die obige Geschichte. Dann kam der Wels an die Reihe, mit allen zu sprechen. Eine Teilnehmerin hörte einen Namen vom Fisch. „Willibald!“, auch sie genierte sich. Sie wusste bereits, dass der Fisch anders hieß. Der Besitzer sagte dazu: „So heißt mein Vater! Er und ich sitzen oft vor dem Aquarium, fachsimpeln über die Fische und beobachten sie. Wir sind beide passionierte Aquarienliebhaber.“

Als Zusatzinfo: Es ist selten, dass im Tierkommunikation Basiskurs Namen verstanden werden. Die Teilnehmer sollen das mitnehmen, was kommt, bekommen keine Fragen vorgelegt. Es haben nicht 10 Leute Namen herausgefunden und davon passte zufällig einer. Es waren nur diese beiden Personen, die im Tiergespräch Namen im Zusammenhang mit den Fischen hörten und dann waren es noch solch absurde Namen. Und sie hatten beide einen Sinn.

Ich denke, ich muss nicht erwähnen, dass auch ich immer wieder überrascht werde. Was die Tiere erzählen, eröffnet mir immer wieder neue Dimensionen des Lebens. Was es bedeutet, dass ein Fisch über 7 Jahre einen Namen erinnert, den ihm sein alter Besitzer mal gab, ist dimensionserweiternd. Mir fällt kein besseres Wort dafür ein.

Ich liebe meinen Job!

Das unten stehende Foto habe ich in einem Urlaub in Costa Rica aufgenommen, als ich in einer kleinen Bucht schnorchelte. Dieser vorwitzige Fisch beschäftigte sich recht lange mit mir und posierte dann regelrecht für mich.

–> Tiergespräch mit dem eigenen Tier

–> Selbst mit Tieren sprechen lernen

72

Mindestbedingungen für Pferde

Heute möchte ich euch eine kurze, simple Sache erklären zum Thema Pferdehaltung. Immer wieder werde ich mit Problemen konfrontiert, die Menschen mit ihren Pferden haben, welche so einfach zu lösen wären, wenn sich an folgende Mindestbedingungen für Pferde gehalten würde:

Pferde sind Herdentiere, die ursprünglich dafür gemacht sind, sich stetig zu bewegen. Sie zogen übers Land auf der Suche nach Nahrung. Ein Pferdeorganismus ist darauf ausgelegt, sich mehrere Kilometer am Tag, über den Tag verteilt, zu bewegen. Die Hufe sind so gemacht, dass durch das Auftreten und Abheben die Durchblutung angeregt wird. Ebenso die Gelenke. Die Verdauung funktioniert nur, wenn das Pferd über den Tag hinweg fast durchgehend fressen kann, ohne lange Pausen.

Die Voraussetzung für ein gesundes, ausgeglichenes Pferd ist also, dass es sich ausreichend bewegen kann. Viele unserer Pferde leben in Boxen. Generell ist dagegen nichts einzuwenden, wenn ein Pferd jeden Tag viele Stunden freie Bewegung unter Artgenossen hat. Es kann sich austauschen, erhält Sinneseindrücke und kann seinen Körper so benutzen, wie es möchte. Die meisten Boxenpferde haben aber viel zu wenig Auslauf.
Ich könnte ein ganzes Buch schreiben nur zum Thema Pferedehaltung, aber in diesem Fall wird es nur ein kurzer Text, der das kleine 1×1 veranschaulichen soll:

Ein Pferd welches 20 Stunden oder mehr am Tag in der Box steht, wird krank. Es wird außerdem verhaltensauffällig oder resigniert komplett. Ein Pferd ist kein Höhlenbewohner, sondern ein Fluchttier, ein Herdentier der Steppe, der Weite! Wer auch immer bei seinem reinen Boxenpferd sich fragt, warum es beim Reiten unartig ist, ständig krank wird, beim Spazieren gehen ständig scheut oder agressiv ist: Die Antwort ist meistens so einfach wie traurig: Es lebt im Gefängnis!

Wir sind traurige, resignierte und versklavte Pferde gewöhnt. Schaut bitte 1 x mehr hin und überlegt, ob ihr eurem Pferd in den Grundlagen der Haltung gerecht werdet, wenn es krank oder auffällig ist. Hier kurz die Eckdaten der gerechten Pferdehaltung, welche ich durch tausende Pferdegespräche herausfiltern konnte:

– Genügend täglichen Auslauf auf Paddock oder Weide, 6 Std. als absolutes Minimum und das auch nur über z.B. eine Schlechtwetterphase

– Kontakt zu Artgenossen, nicht nur durch ein Gitter. Einzelhaltung ist tierschutzrechtlich bei Pferden verboten.

– Genügend Raufutter mit wenig Fresspausen, also mind. 3 x tägliches Heufüttern oder langzeitige Fressphasen durch engmaschige Heunetze. Keine feuchte Heulage.

– Individuell angepasste Fütterung mit Kraftfutter und Mineralien (ein Blähbauch heißt Unterfütterung von Kraftfutter, nicht das Gegenteil)

– Trockene Liegefläche für Ruhephasen, genügend für alle, so dass auch rangniedere Pferde ruhen können ohne verscheucht zu werden.

– Genügend Platz in nicht zu großer Gruppe im Auslauf, stressfreie Gruppenzusammenstellung. Ein Auslauf sollte so groß sein, dass ein Pferd in guter Laune sich im Galopp ausleben kann.

Jedes Pferd hat individuelle Bedürfnisse und natürlich sind individuell noch Faktoren zu diesen hinzuzufügen. Ohne die oben gezeigten Mindestbedingungen kann und wird aber kaum ein Pferd gesund oder gar glücklich werden.

–> Selbst mit Pferden sprechen lernen

–> Selbst mit Tieren sprechen lernen

–> Das eigene Tier sprechen lassen

–> Pferdekommunikation in Norddeutschland

 

wildandfree_tierkommunikation

Mit Pferden sprechen

Manchmal ist es für Menschen nicht leicht, zu verstehen, was ich tue. Was es bedeutet, mit Tieren zu sprechen. Ob ich deshalb ein universeller Tierexperte bin. Ob ich deshalb gleich alles weiß, über jedes Tier. Ob ich Hellseher bin.
Dabei ist es eigentlich ganz simpel. Es ist ein Gespräch. Nicht mehr, nicht weniger. Im Gegensatz zu Menschen in anderen Tierberufen, bin ich kein spezifischer Tierexperte. Ich bin keine Tierärztin, keine Tierheilpraktikerin, keine Fütterungsexpertin, keine Tiertrainerin, kein Hundeprofi, kein Pferdezähmer, kein Katzenpsychologe. Ich bin einfach nur ein Dolmetscher. Jemand, der übersetzt. Vielleicht bin ich auch noch ein Mittler, der das Gespräch zwischen 2 Parteien anregt und zum besseren Verständnis beiträgt. Das ist meine Arbeit und sie funktioniert wunderbar. Es ist nichts Besonderes, dass ich dabei telepathisch arbeite, denn Telepathie ist immer auch ein Teil der verbalen Kommunikation zwischen Menschen im Hier und Jetzt. Sie zu benutzen, um mit Tieren in Kontakt zu treten, bedeutet, dass ich diese Grenze der verbalen Sprache einfach nicht mehr habe. Es ist eher ein Wegfallen von Grenzen und Mauern im Kopf, welches alles erleichtert.
Ich selbst bin dabei nicht wichtig. Je weniger ich meine Meinung, mein Fachwissen oder was ich aufgrund von Erfahrungen zu wissen meine mit ins Spiel bringe, umso besser arbeite ich. Denn jedes Tier überrascht mich. Jedes hat noch Wissen in Bereichen, in die ich niemals hingedacht habe. Jedes lebt in einer anderen Welt. In der vielleicht andere Gesetze herrschen. Ich maße mir nicht an, darüber zu urteilen. Oft wissen Tiere ganz genau, was schief läuft, was sie brauchen, wohin die Reise gemeinsam mit ihren Menschen gehen soll. Und selbst wenn sie befinden, dass sie eine Krankheit unbehandelt lassen wollen: es ist ihr gutes Recht, eine eigene Meinung zu ihrem Leben zu haben. Ich urteile darüber nicht, ich stelle mich nicht über sie und sage: „Aber das und das ist richtig und gut für dich!“
Dennoch: ein Gespräch ist ein Gespräch. Beide Parteien können sagen, was sie denken und meinen. Beide können aber in den Augen des Betrachters falsch liegen oder unverantwortlich handeln und denken. Dort knüpft dann das Verständnis an. Sein Tier verstehen bedeutet, zu erkennen und zu akzeptieren, welchen Weg es bis hierhin gegangen ist, woher seine Beweggründe stammen, wie es eine Situation erlebt, was es dabei fühlt und denkt. Meistens lösen sich mit diesem Verstehen die Probleme von selbst. Beide wissen dann wieder, wo sie stehen und was ihre Verantwortungen innerhalb der Beziehung sind, welche Dinge sie eben unangetastet lassen sollten und wo die Grenzen liegen.
Am Ende entscheidet jeder, Mensch und Tier, für sich selbst, was er ändert oder wie er sich verhalten wird, aus dem Herzen heraus. Denn Gespräche bringen Liebende näher zusammen.

Es geht bei der Tierkommunikation nicht um Studien, es geht um das Wahrnehmen. Man kann z.B. ein Pferd selbst fragen, wie es ihm geht, wie es sich damit fühlt, geritten zu werden. Wie es behandelt wird. Keine Studie kann ein Gespräch ersetzen, zwischen Menschen und auch zwischen Menschen und Tieren. Was mir  die Pferde sagen, prägt mein Bild auf die Reiterei. Da gibt es nichts zu diskutieren, das hier ist mein Bild. Aber auch für jene, die noch nicht bewusst mit Tieren sprechen, gibt es die Möglichkeit, hinzusehen. Wahrzunehmen auf emotionaler und visueller Ebene. Es ist so einfach, dass Laien Pferde meist besser beurteilen können, als „Pferdeleute“, am wenigsten solche, die aus dem Sport kommen. Es ist wirklich so einfach: schau hin, wie guckt dein Pferd aus seinen Augen? Kannst du den Sattel auf dem Rücken des Pferdes sehen, obwohl er nicht drauf liegt, die atrophierten Muskeln? Bewegt es sich frei und unbeschwert? Ganz ohne Druckverteilung, biometrisches Muskeln aufmalen, theoretisches Aufrichtungsfachsimpeln. Einfach hinsehen. Spüren. Oder mal so weit gehen, dann die Augen zu schließen und in Gedanken weiter zu fragen. Das kann jeder. Tierkommunikation ist kein Fachwissen, ist kein Ablesen aus Verhalten oder Gebäude, ist kein Erfahrungswert. Es ist einfach nur Wahrnehmen. Wertfrei wahrnehmen und zuhören. Das Tier entscheiden lassen, wie etwas gewertet wird.

–> Selbst mit Pferden sprechen lernen

–> Selbst mit Tieren sprechen lernen

–> Das eigene Tier sprechen lassen

–> Pferdekommunikation in Norddeutschland

SONY DSC
Milan

Wertfindung

Hier mal eine Kundenstimme der etwas anderen Art. Wobei genau genommen es keine Kundenstimme ist, denn der Herr hat nie eine Dienstleistung bei mir beauftragt. Zum Glück.

„Hallo Frau Seib,

wir interessen für die Teilnahme an dem Basiskurs. Wir würden uns
freuen, ein paar Worte zu dem Photo von Ihnen zu hören.

Mit freundlichen Grüßen
Dobby + Wulf“

„Hallo Herr Wulf,

vielen Dank für Ihre Email.
Das Foto eignet sich gut, das können Sie gern mitbringen zum Kurs.
Wenn Sie noch weitere Fragen haben, melden Sie sich gern.

Herzliche Grüße,

Catherin Seib“

„Hallo Frau Seib,

danke für die Antwort. Nun hatte ich ein wenig Zeit, weitere Informationen einzuholen.
Mal abgesehen davon, dass alle Kommunikatoren fast wortwörtlich die identischen Inhalte
wiedergeben, fällt mir bei Ihnen auf, dass sch die Preise seit Ihrer Ausbildung fast verdoppelt haben.
Mein Instinkt sagt mir, dass es Ihnen in erster Linie um finanzielle Aspekte geht, daher werden Dobby und
ich – wie bisher- überwiegend lautlos ohne Telepathie miteinander leben.

Dass Sie nicht erkannt haben, das mit wir Dobby und ich gemeint waren, bestärkt mich in meiner Meinung.
Nicht für ungut.

Freundliche Grüße
Dobby+Wulf“

„Lieber Herr _____,

ich hoffe, dass Sie in Ihrem Leben für gute Arbeit auch gut bezahlt werden. Ebenso hoffe ich, dass Sie eine Gehaltserhöhung bekommen, wenn Sie Ihre Arbeitserfahrung dazu nutzen, noch besser, effektiver und schöner zu arbeiten. So wie ich.
Ihr Instinkt falsch, was mich betrifft. Aber ich bin sicher: Für Dobby und Sie wird er reichen, insofern brauchen Sie mich nicht.

Herzliche Grüße und bitte seien Sie in Zukunft etwas netter zu den richtigen Menschen, Sie nehmen sich viel durch Ihre bissige Art.

Catherin Seib“

„Liebe Frau Seib,

meine Erfahrung lehrt mich folgendes:

Zu 99 % sind Menschen an materiellen Dingen in erster Linie interessiert. Liebe zum Beruf verbunden
mit Altruismus machen die restlichen 1 % aus. Ich habe überhaupt nicht gegen gute Bezahlung, wenn
die Relation zum Aufwand und zur Leistung passt. Folgendes Beispiel, in meiner Umgebung gibt es einen Tierpark, der mehrere
Wolfsrudel beherbergt. Unter dem Deckmantel den Menschen den Wolf näher zu bringen, gibt es regelmäßige Fotosessions, Spaziergänge,
Wolfsabende sowie Manager Seminare, die um 3.500,- Euro das Wochenende kosten.

Auch dieses Ehepaar sind absolute Wolfsliebhaber und angeblich Experten. Vielleicht mag das anfänglich so gewesen sein, doch heute?
Ich möchte Ihnen nicht unterstellen, dass es bei Ihnen genauso ist oder wird…aber meine Erfahrung sagt: die Gefahr ist groß.
Durch meine „bissige Art“ selektiere ich übrigens nur:-). Und zu den richtigen Menschen bin ich außerordentlich nett, gibt bloß leider
so wenig…„smile“-Emoticon

“ Ihr Instinkt falsch, was mich betrifft. Aber ich bin sicher: Für Dobby und Sie wird er reichen, insofern brauchen Sie mich nicht“

Wie kommen Sie darauf, dass es für uns reicht? Vielleicht kommen wir gar nicht so gut klar miteinander….

Viele Grüße nach Hamburg, wo es nur regnet..,.,.“

„Lieber Herr _____,

normalerweise antworte ich Menschen, die mir eine namenlose Anfrage schicken, gar nicht. Auch, wenn ich Emails mit beleidigendem Inhalt bekomme, so wie von Ihnen, spare ich mir eigentlich immer eine Antwort.
Sie haben heute also großes Glück! Ich widme mich Ihnen und das sogar, ohne dafür eine Gebühr zu verlangen. Ist das nicht toll? Betrachten Sie es als verspätetes Weihnachtsgeschenk. Alles Gute!

Ich sehe es Ihnen nach, dass Sie so verbissen und boshaft auf die Welt, in diesem Falle mich, blicken. Denn Sie wissen einfach nicht, worüber Sie hier urteilen. Sie kennen weder mich, noch meine Arbeit und brauchen offenbar ein Ventil, um die negativen Aspekte Ihres Lebens auszuleben. Da komme ich Ihnen sehr gelegen. Da ich reagiere, bekommen Sie auch noch, was Sie verlangen. Nur zu, leben Sie es aus. Vielleicht verfassen Sie noch eine weitere Email, in der Sie mir von mir wildfremden Menschen erzählen, die angeblich auch so raffgierig sind, wie ich. Ich denke, das wird Ihnen gut tun. Nur wird es bei mir nicht ankommen, denn Ihre Emailadresse ist bereits bei mir gesperrt. Sie müssten sich schon die Mühe machen, mir einen Brief zu schreiben. Ist vielleicht eine gute Idee als Vorsatz für 2016?

Nein, Scherz beiseite. Zurück zum Thema: Sie wissen nicht, worüber Sie urteilen. Und damit sind Sie nicht alleine. Auch mir ging es mal so. Ich hatte keine Ahnung, was es bedeutet, selbstständig zu sein. Ich wusste weder, welche Kosten auf mich zukommen, noch was es bedeutet, keinen bezahlten Urlaub nehmen zu können oder bei Krankheit keine Krankschreibung beanspruchen zu können. Ich wusste nicht, was der Druck, für den nächsten Monat das Geld rein zu bekommen, mit einem Menschen machen kann. Ich wusste nicht, dass ich nach 7 Jahren erst einsehen würde, wie sehr das alles an mir zehrt. Wie anstrengend es ist, sich selbst zu verkaufen. Immer von der eigenen Energie zu nehmen, um als Gegenleistung Geld zu bekommen, was zum immens großen Teil in die Staatskasse fließt (denn ich arbeite zu 100% weiß), dann zu einem noch größeren Teil in Erhaltungskosten meiner Selbstständigkeit.

Und vor Allem wusste ich nicht, was es bedeutet, in den Tiergesprächen für eine Stunde Teil des Lebens der Menschen und Tiere zu werden, für die ich arbeite. Ich konnte mir nicht vorstellen, was es mit einem Menschen macht, alles mitzufühlen, mitzusehen, mitzuverstehen, was in diesen Beziehungen Thema ist. Mir war nicht klar, dass ich über Leben und Tod entscheiden müsste. Dass ich tödliche Krankheiten aufdecken und brutalste Traumata mit den Tieren und Menschen noch einmal durchleben würde. Ich wusste nicht, wie es sein kann, die Ängste und Sorgen der Tiere und Menschen 1:1 mitzufühlen. Und wie viel Kraft und Energie es mir abverlangen würde, dabei professionell zu bleiben, um nicht selbst darin zu versinken. Mir war nicht klar, was es bedeutet, diese eine Stunde Teil des Lebens von anderen zu sein, die Hilfe brauchen. Ich dachte, wenn ich es kann, also mit Tieren sprechen, dann kann ich es ja einfach tun.

Erst Jahre später lernte ich, zu spüren, wie mich das benutzt. Und ich musste es auf die harte Tour lernen. Mein Körper hat es mir gesagt. Es hat weitere Jahre gedauert, um das alles so einzusehen und mich neu auszurichten, damit ich nicht weiter Raubbau an mir betreibe. Ich habe es geschafft. Auf dem Weg dahin musste ich diesen Job mehrmals fast an den Nagel hängen. Heute weiß ich, wie viele Tiergespräche ich führen kann, ohne dabei mich selbst zu zerstören. Es sind wenige. Ich weiß auch, wie viele Kurse ich geben kann, in denen ich an nur 2 Tagen Teil von 10 Menschen und weiteren 10 Tieren werde. Das sind 20 Schicksale, die ich telepathisch mitfühle, mithöre, mitsehe. Und die ich dann kanalisieren muss, damit diese Menschen lernen, das auch zu tun. Heute weiß ich, was das wert sein muss.

Mir ist klar, dass Sie keine Ahnung haben, was diese Arbeit bedeutet. Und was sie wert ist. Was sie wert sein muss, damit ich sie weiterhin betreiben kann. Dass Sie auch nicht wissen, wie gut ich über die Jahre darin geworden bin, den Leuten zu zeigen, wie man das macht, mit Tieren zu sprechen. Dass die Kurse meiner Anfangszeit nicht im Entferntesten mit dem verglichen werden können, was ich heute anbiete. Sie wissen nicht, dass meine hart erlernten Lektionen des Lebens mit dieser Arbeit bedeuten, dass ich so gut in diesem Job geworden bin, dass die Kurse sogar noch mehr wert wären.

Sie werden es auch nie herausfinden. Nicht bei mir und hoffentlich auch bei niemand anderem, der diese Arbeit anbietet. Weil Sie sich entschieden haben, die Welt so zu sehen, wie Sie es tun. Sie scheinen auch noch nicht zu wissen, dass Sie kein Opfer der Umstände sind. Dass Sie die Wahl haben, wie Ihre Welt aussieht. Dass Sie die Realität steuern. Dass Ihre Gedanken es sind, wonach sich Ihre Zukunft ausrichtet. Sie können buchstäblich die Zukunft formen. Die Kraft der Gedanken ist weitaus größer, als Sie ahnen. Vielleicht lesen Sie mal mein Lieblingsbuch: „Raus aus dem Geldspiel.“ Ich sollte es auch mal wieder lesen, um zu verstehen, dass ich Geld verdiene. Es buchstäblich verdient habe, Geld zu haben. Nicht mehr, auch heute noch, zu grübeln, wie der nächste Monat finanziell zu überstehen ist. Auch ich habe da noch zu lernen, dass es einfach nur daran liegt, wie ich mich dazu ausrichte. Und ich danke Ihnen, dass Sie mich genau daran noch einmal erinnert haben mit Ihrer Email.

Am meisten danke ich Ihnen, dass Sie sich nicht wortlos angemeldet haben, denn einen Menschen wie Ihnen wünsche ich niemanden in seinem Kurs. Bitte sehen Sie davon ab, andere Kolleginnen zu belästigen.

Zum Abschluss habe ich noch einen Tipp für Sie: Falls Sie gern mal das große Geld machen wollen (Sie klingen etwas neidisch), dann versuchen Sie es NICHT mit eigenen Dienstleistungen, am wenigsten mit solchen wie meiner. Nehmen Sie ein Produkt, was sich gut für Sie verkauft. Etwas Lebloses. Dem tut es nicht weh, vermarketet zu werden. Es ist doch sehr anstrengend, mit der eigenen Person Geld verdienen zu müssen. Denn man selbst ist verletzlich und läuft Gefahr, zu versagen. Oder bissige Emails von Blödmännern zu bekommen.

Herzliche Grüße und alles Gute für 2016,

Catherin Seib
PS: Im Anhang noch ein Foto von gestern aus der schönsten Stadt der Welt.“

sun_tierkommunikation

Vom Sprechen und Gehen

Wenn Menschen sich dazu entscheiden, Ihre Tiere sprechen zu lassen, dann sind sie anfangs sehr erstaunt und überwältigt davon, wie groß das Bewusstsein ihres Tieres ist. Was ein Haustier alles weiß, fühlt und denkt ist oft schwer fassbar und anfangs ein kleiner, schöner Schock. Man wusste es eigentlich vorher, aber es so direkt gesagt zu bekommen, das muss man als Herrchen oder Frauchen erst Mal verdauen können.

In meiner Arbeit als Tierkommunikatorin passiert es mir oft, dass die Menschen weinen, wenn sie den ersten Kontakt zu ihrem Tier spüren. Wenn ich erzähle, was das Tier denkt und fühlt, was es sagen möchte, was es schon erlebt hat. Anfangs sind sie skeptisch und schüchtern und möchten wissen, was das Tier gern frisst, dann bekommen sie schnell das sichere Gefühl, dass der Kontakt tatsächlich da ist. Manchmal gibt es einen „Beweis“, der ihnen als Tierhalter sagt, dass ich das nicht wissen konnte. Manchmal stellt sich einfach dieses berührende, sichere Gefühl des Kontaktes zwischen Tier, Mensch und mir als Außenstehende ein. Das ist der Moment, der mir immer wieder bestätigt, wie richtig es für mich ist, als Tierkommunikatorin zu arbeiten.

Für rational denkende Menschen ist es oft schwer zu akzeptieren, dass der Austausch zwischen „Seelen“ möglich ist. Sie suchen nach Erklärungen oder Gegenbeweisen. Sie haben Angst, etwas für unsere westliche Gesellschaft so schwer Fassbares zu glauben und nachher zu bemerken, dass sie auf etwas „hereingefallen“ sind, was zu schön war, um wahr zu sein.

Auch ich bin eine sehr bodenständige Person, die anfangs skeptisch war. Seitdem ich meinen Hund das erste Mal mit einer Tierkommunikatorin sprechen ließ, hat sich mein Leben grundlegend verändert. Es ist schön, zu lernen, dass nicht alles greifbar und erklärbar ist und doch da ist, immer da war. Ich bilde mich ständig fort und bin auf der Suche nach Theorien und Erklärungsansätzen für das Phänomen der Telepathie, für dieses unendliche Bewusstsein, was jeder von uns in sich trägt, jedoch ohne dafür eine biologische Grundlage zu haben. Dass das Gehirn unsere Gedanken und Gefühle nicht trägt, ist medizinisch belegt. Die Forschung sieht sich einem großen Fragezeichen gegenüber, wenn es um den biologischen Ursprung des Bewusstseins, des Geistes, der Seele in einem geht. Unser Körper mit seinen Sinnen ist nur ein Werkzeug. Irgendwie wissen wir das alle, trotzdem ist es so schwer, das zu glauben, denn woher kommt das „Ich“ und wohin geht es?

Wenn es darum geht, zu gehen, den Körper zu verlassen, dann sind uns die Tiere oft weit voraus. Die meisten fürchten den Tod nicht so, wie wir Menschen. Sie klammern sich nicht so sehr an ihren Körpern fest. Unsere Haustiere entscheiden oft sehr viel mehr über ihr Leben und Ableben, als uns Menschen bewusst oder vielleicht sogar geheuer ist. Was Tierhalter oft nicht wissen ist, dass sich fast jedes Haustier für das Wohlergehen seines Menschen verantwortlich fühlt; und das nicht nur im geringen Maße. Daraus resultiert, dass ein Tier manchmal nicht gehen kann, wenn es weiß, dass sein Mensch einfach nicht loslassen mag und große Angst vor dem Verlust seines Tieres hat. Der Mensch empfindet den Weg des Sterbens bei einem Tier oft viel schlimmer, als das Tier selbst. Und verlängert ihn dadurch vielleicht unbewusst. Auch die Lösung, einem Tier schreckliches Leiden zu ersparen, indem man es einschläfert, ist oft nicht angebracht. Das Tier hat die Würde und die Zeit verdient, in seinem eigenen Tempo zu gehen. Natürlich gibt es Fälle, in denen das Tier sich dabei Hilfe wünscht, aber oft ist das viel später, als der Zeitpunkt, an dem ein sensibler Tierhalter seinem Tier das Sterben ermöglichen möchte.

Wenn es um Sterbebegleitung geht, steht man als Tierhalter vor einer sehr großen Aufgabe und es fällt einem schwer, immer „richtig“ zu entscheiden und dem Gefühl zu trauen. Hier kann ein Tiergespräch eine große Hilfe sein, um sicherzugehen, wie es dem Tier mit der Situation geht. Jeder Mensch wächst daran, einem Tier aus dem Leben zu helfen. Oft empfinden es die Tiere als ihre Aufgabe, dem Menschen das Loslassen beizubringen. Frieden mit dem Ende eines Lebens zu schließen, diese Erfahrung ist eins der großen Geschenke, welche unsere Haustiere für uns mitbringen.

Ich biete eine Sterbebegleitung für Tiere über kurzen oder längeren Zeitraum an. Dabei versuche ich, Sie als Tierhalter zu fördern, Ihr Tier richtig zu verstehen und für sie beide positive Entwicklungen zu schaffen, so dass Sie Ihren Frieden finden. Natürlich bin ich auch für andere Themen zwischen Mensch und Tier jederzeit erreichbar. Ich freue mich auf Sie!

IMG_1541